# Kurzaufgüsse (Gongfu-Zubereitung) (工夫泡法, gōngfu pàofǎ)

Kurzaufgüsse (工夫泡法) — eine Zubereitungsweise, bei der der Tee nur Sekunden mit Wasser übergossen und der Aufguss sofort abgegossen wird, in vielen Wiederholungen. Jeder Aufguss enthüllt eine neue Facette desselben Blatts.

Der Kurzaufguss ist die Grundgeste des Gongfu Cha. Statt den Tee minutenlang ziehen zu lassen, übergießt man das Blatt mit heißem Wasser und gießt den Aufguss fast sofort — nach fünf, zehn, zwanzig Sekunden — vollständig ab, bis zum letzten Tropfen. Dann wiederholt sich der Zyklus: Ein und dasselbe Blatt hält fünf bis zehn und mehr Aufgüsse durch, und die Zeit jedes weiteren wächst allmählich.

Der Sinn der Methode liegt in der Steuerung der Extraktion. Verschiedene Stoffe treten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aus dem Blatt: zuerst die leichte Aromatik, dann Süße und Körper, später Tannine und Bitterkeit. Ein kurzer Aufguss nimmt die oberste Schicht ab und lässt der Bitterkeit keine Zeit, den Geschmack einzuholen; eine Serie von Aufgüssen verwandelt das Teetrinken in eine ausgedehnte Erzählung, in der ein Tieguanyin mit Flieder beginnt, mit Sahne weitergeht und mit transparenter Mineralität endet. Langes Ziehen wirft all diese Kapitel auf eine dichte und oft bittere Seite zusammen. Besonders kritisch sind Kurzaufgüsse für konzentrierte Tees wie den Fenghuang Dancong, der Sekunden verzeiht, aber keine Minuten.

Praktische Eckpunkte: mehr Blatt als bei der „europäischen“ Zubereitung, kleines Geschirr (Gaiwan oder Kanne bis etwa hundertfünfzig Milliliter), der Aufguss wird vollständig abgegossen — das Blatt darf zwischen den Aufgüssen nicht im Wasser stehen. Der typische Fehler ist, den Tee nach dem zweiten Aufguss aufzugeben: Bei gutem Blatt sind die besten Aufgüsse oft der dritte und vierte, und die Fähigkeit, zehn Aufgüsse zu halten, ist selbst ein Maßstab für Qualität.

Source: https://www.dao-cha.info/de/glossary/flash-steeping