# Gaiwan (蓋碗, gàiwǎn)

Der Gaiwan (蓋碗, gàiwǎn) ist eine chinesische Deckelschale mit Untertasse zum Aufgießen von Tee in kurzen Infusionen. Ein universelles Werkzeug der Teezeremonie: geeignet für fast jeden Tee, vom Grüntee bis zum Pu-Erh.

Gaiwan bedeutet wörtlich „Schale mit Deckel“. Seine klassische Form entstand in der Ming-Zeit, als China vom pulverisierten Tee zum Aufgießen ganzer Blätter überging. Die drei Teile des Gaiwan werden traditionell als Symbol gelesen: die Untertasse ist die Erde, die Schale der Mensch, der Deckel der Himmel. Der Mensch ist in diesem Bild der Vermittler, der Blatt und Wasser zusammenführt.

Der Gaiwan funktioniert denkbar einfach: Man gibt das Blatt in die Schale, gießt Wasser auf und schüttet den Aufguss nach der gewünschten Zeit ab, wobei man den Deckel festhält und nur einen Spalt für die Flüssigkeit lässt. Mit dem Deckel reguliert man auch die Stärke — man kann damit das Blatt „umrühren“ oder am Aroma schnuppern, ohne die Schale ganz zu öffnen. Porzellan ist neutral und nimmt keine Gerüche an, deshalb zeigt ein und derselbe Gaiwan ehrlich sowohl einen zarten Bai Mu Dan als auch einen würzigen Tieguanyin oder einen grasigen Longjing.

Für die Praxis sind zwei Feinheiten wichtig. Erstens das Volumen: Ein kleiner Gaiwan mit hundert bis hundertfünfzig Millilitern ist praktischer als ein großer, weil sich der Aufguss schnell abgießen lässt und das Blatt nicht überzieht. Zweitens der Griff: Die Finger halten den Rand der Schale und den Deckelknauf, nicht die Wände — sonst ist eine Verbrennung fast unvermeidlich. Der typische Anfängerfehler ist, den Gaiwan bis zum Rand zu füllen: Das kochende Wasser steigt an den Wänden zu den Fingern hoch, und die Zeremonie wird zur Mutprobe. Gießen Sie etwas unter die Kante, und der Gaiwan wird zum gehorsamsten Werkzeug auf dem Teetisch.

Source: https://www.dao-cha.info/de/glossary/gaiwan