# Gaoshan (Hochlandtee) (高山茶, gāoshān chá)

Gaoshan Cha (高山茶) — „Hochlandtee“: taiwanische Oolongs von Plantagen über tausend Metern Höhe. Kühle und Nebel verlangsamen das Blattwachstum und ergeben einen dichten, cremigen, süßen Geschmack.

Gaoshan — „hoher Berg“ — ist auf Taiwan keine Poesie, sondern eine Kategorie: Als Hochlandtee gilt Tee von Plantagen oberhalb von etwa tausend Metern. In dieser Höhe ist es kühl, die Differenz zwischen Tages- und Nachttemperaturen ist groß, und die Hänge stehen den halben Tag in Wolken. Das Blatt wächst langsam und sammelt dabei Aminosäuren und Zucker, während gestreutes Licht und Nebel die tanninige Schärfe mildern. Das Ergebnis in der Tasse ist die charakteristische Hochland-Cremigkeit: ein dichter, buttriger Aufguss, Blüten, frisches Grün, eine lange kühle Süße.

Die Klassiker des Genres sind schwach oxidierte, zu Kugeln gerollte Oolongs: Alishan mit seiner weichen blumigen Cremigkeit und Lishan von den höchsten kommerziellen Plantagen der Insel, klingend vor alpiner Reinheit. Daneben steht Dong Ding — der historische Vorfahre der taiwanischen Oolong-Tradition von niedrigeren Bergen, stärker geröstet und wärmer: Der Vergleich des Dong Ding mit seinen Hochlandbrüdern ist die beste Lektion darüber, was die Höhe mit dem Geschmack macht. Im Grunde ist Gaoshan das Terroir, in die Vertikale erhoben.

Für die Praxis ist ein Maß an Skepsis nützlich: Die „Hochlandherkunft“ wurde zum Marketingmagneten, und das Wort „Gaoshan“ auf der Packung garantiert für sich genommen nichts — achten Sie auf den konkreten Berg und die Ernte. Diese Oolongs gießt man am besten mit Wasser knapp unter dem Siedepunkt und in kurzen Aufgüssen auf: Ihre Stärke ist die zarte cremige Aromatik, die sich leicht verbrühen lässt. Und geben Sie den gerollten Kugeln ein, zwei Aufgüsse zum Öffnen: Gaoshan beginnt ab dem zweiten Aufguss mit voller Stimme zu sprechen.

Source: https://www.dao-cha.info/de/glossary/gao-shan