# Sheng Pu-Erh (生普洱, shēng pǔ'ěr)

Sheng Pu-Erh (生普洱) — der „rohe“ Pu-Erh aus Yunnan: Tee, der nach Erhitzen und Sonnentrocknung gepresst wird und natürlich reift. Über die Jahre wandelt sich sein Geschmack von scharf und grasig zu tief und süß.

Sheng — „roh“, „lebendig“ — ist der Pu-Erh in seiner ursprünglichen, alten Form. Das große Blatt der Yunnan-Teebäume durchläuft das Sha Qing im Kessel, das Rollen und die Sonnentrocknung; der entstandene Mao Cha wird zu Fladen, Ziegeln oder Tuocha gepresst. Dann beginnt das Spannendste: Der Tee ist nicht konserviert, sondern verändert sich langsam weiter unter der Wirkung von Enzymen und Mikroorganismen.

Junger Sheng ist dem Geist nach ein Tee des Elements Holz: scharf, bitter-blumig, mit heller Säure und kraftvollem Hui Gan. Nach zehn bis fünfzehn Jahren richtiger Lagerung dunkelt er nach, die Bitterkeit weicht, es erscheinen Honig, Trockenfrüchte, Wald nach dem Regen. Genau diese Verwandlungsfähigkeit machte Sheng zum Sammlerobjekt: Fladen aus berühmten Dörfern — Yiwu, Bingdao, Lao Banzhang — werden geschätzt wie Wein von namhaften Lagen, und hier tritt der Begriff des Terroirs in voller Größe auf.

Für die Praxis wichtig: Sheng nicht mit Shu verwechseln — Shu Pu-Erh durchläuft die beschleunigte Fermentation Wo Dui und imitiert die Reife, Sheng erreicht sie selbst. Jungen Sheng gießt man mit leicht abgekühltem Wasser und in kurzen Aufgüssen auf — kochendes Wasser und langes Ziehen holen eine böse Bitterkeit heraus. Und jagen Sie nicht gleich alten Fladen hinterher: Die Entwicklung des Sheng versteht man leichter, wenn man mit einem jungen und ehrlichen beginnt.

Source: https://www.dao-cha.info/de/glossary/sheng-puer