# Yancha (岩茶, yánchá)

Yancha (岩茶, yánchá) — „Felsentee“: stark geröstete Oolongs von den Felsen des Wuyi-Gebirges in Fujian. Erkennbar an Mineralität und langem Nachgeschmack — der „Felsenmelodie“ Yan Yun. Die großen Namen: Da Hong Pao, Rou Gui, Shui Xian.

Yancha ist der Gipfel der nordfujianischen Oolong-Tradition. Die Sträucher wachsen in den Schluchten von Wuyishan, auf Terrassen am Fuß roter Sandsteinfelsen, wo der Boden aus Gestein verwitterter Felsen besteht. Daher das Markenzeichen des Genres: Yan Yun, die „Felsenmelodie“ — ein mineralischer, steinig-würziger Klang, der schwer zu beschreiben und unmöglich zu verwechseln ist, hat man ihn einmal verstanden.

Die zweite Säule des Yancha ist das Feuer. Nach dem Rollen durchläuft der Tee ein stundenlanges Schmoren über Holzkohle, oft in mehreren Durchgängen mit wochenlangen Pausen. Die Röstung sammelt den Geschmack zu einem dichten dunklen Akkord: Brotkruste, Gewürze, Kakao, Rauch. Frisch gerösteter Tee ist etwas schroff — man lässt ihn ruhen, damit sich das Feuer „setzt“. Im System des Wuxing ist Yancha das Musterbeispiel des Elements Feuer: ein Krieger unter den Tees, direkt und heiß. Jede Wuyi-Sorte führt ihre eigene Stimme: Da Hong Pao — Balance und Kraft, Rou Gui — Zimtwürze, Shui Xian — die blumige Geschmeidigkeit alter Sträucher, Tie Luo Han — dunkle Tiefe.

Yancha gießt man am besten nach dem Kanon des Gongfu Cha auf: viel Blatt, sprudelnd kochendes Wasser, kurze Aufgüsse, kleine Schälchen. Typische Fehler sind, am Blatt zu sparen und Wasser „wie für Grüntee“ zu gießen: Zu kühles Wasser erschließt das Felsgestein des Geschmacks nicht. Und urteilen Sie nicht nach dem ersten Aufguss über Yancha — seine Handlung entfaltet sich langsam, die besten Kapitel kommen mit der dritten oder vierten Infusion.

Source: https://www.dao-cha.info/de/glossary/yancha