# Tee am Abend: was aufgießen, um gut zu schlafen

Starken Tee trinkt man besser nicht in den letzten 4–6 Stunden vor dem Schlaf: Koffein wird langsam abgebaut, und eine abendliche Tasse roten Tees kann das Einschlafen hinauszögern. Liegt die Teestunde näher an der Nacht, wählen Sie Tees mit mildem Profil — GABA-Oolong, gereiften Weißtee oder einen ruhigen Shu Pu-Erh — und brühen Sie kürzer.

Einen völlig „koffeinfreien“ echten Tee gibt es nicht: Koffein steckt in jedem Blatt der Kamelie. Es geht nicht um die Suche nach der Wundersorte, sondern um Dosis, Zeitpunkt und Zubereitungsart.

## Wie viele Stunden vor dem Schlaf Tee trinken?

Die Halbwertszeit von Koffein beträgt im Mittel 5–6 Stunden: Von einer Tasse um sechs Uhr abends ist um Mitternacht noch etwa die halbe Dosis im Blut. Das Abbautempo ist individuell und genetisch bedingt: Manchen raubt schon das Morgenkoffein den Schlaf, andere schlafen nach dem Abend-Pu-Erh seelenruhig. Empfindliche sollten mit starkem Tee gegen 15–16 Uhr Schluss machen; den Übrigen genügt die Regel „4–6 Stunden vor dem Schlaf nur noch Leichtes“.

## Wie viel Koffein steckt in der Abendtasse?

Eine Tasse Tee enthält 30–70 mg Koffein gegenüber 80–120 mg im Kaffee, doch am Abend zählt auch diese Dosis. Sie zu senken ist einfach: weniger Blatt, kürzere Aufgüsse, Wasser unterhalb des Siedepunkts und reiferes Blatt — grobe reife Blätter enthalten weniger Koffein als Knospen. Das Spülen entfernt, entgegen dem Mythos, fast kein Koffein.

## Was macht L-Theanin?

Die Aminosäure L-Theanin im Tee federt die Koffeinwirkung ab und wird in Studien mit Entspannung ohne Schläfrigkeit in Verbindung gebracht — die Daten sind allerdings noch vorläufig, und ein Schlafmittel ist Theanin nicht. Subjektiv bemerken viele: Tee belebt sanfter als Kaffee, eben wegen dieses Stoffpaars. Reich an Theanin sind gereifte Weißtees und hochwertige Oolongs — ein weiteres Argument für die milden Abendkategorien.

## Welchen Tee am Abend wählen?

Drei ruhige Optionen. GABA-Oolong — die sauerstofffreie Fermentation reichert GABA an, der Geschmack ist brotig-fruchtig, die Wirkung mild. Lao Shou Mei — gereifter Weißtee: reifes Blatt, warme Töne von Trockenfrüchten und Honig, ohne Schärfe. Milder Shu Pu-Erh — dunkel, glatt, wärmend; kurze Aufgüsse geben Behaglichkeit ohne überflüssige Stärke.

Eines verbindet sie: ein rundes Profil ohne aggressive Stimulation — genau das, was man braucht, wenn der Tag zu Ende gehen soll.

## Gibt es Tee ganz ohne Koffein?

Nein: Alle „Null“-Versprechen auf einer Packung echten Tees sind Marketing. Koffeinfrei sind nur Kräuteraufgüsse — Rooibos, Kamille —, die kein Tee sind. Die ehrliche Strategie: starke Tees morgens und tagsüber, abends milde in schonender Zubereitung — und bei Schlafproblemen das Gespräch mit dem Arzt, nicht mit dem Teehändler.


## Tipps

- Nehmen Sie abends halb so viel Blatt und gießen Sie die Aufgüsse schneller ab — der Geschmack bleibt, die Stärke sinkt deutlich.
- Trinken Sie zur Nacht keinen jungen Sheng und keine dichten roten Knospentees: Das sind die belebendsten Kategorien.
- Die ersten Aufgüsse geben am meisten Koffein ab: Abends kann man den ersten weggießen und ab dem zweiten trinken.
- Beobachten Sie Ihre Reaktion ein paar Wochen lang: Die Koffeinempfindlichkeit ist individuell, und Ihre „letzte Stunde“ für Tee kann vom Durchschnitt abweichen.

Source: https://www.dao-cha.info/de/guide/tea-and-sleep