# Warum Tee bitter schmeckt und was hilft

Schmeckt Ihr Tee unangenehm bitter, ändern Sie zunächst die Zubereitung: Lassen Sie ihn kürzer ziehen oder nehmen Sie weniger Blatt bei gleicher Wassermenge. Verändern Sie jeweils nur eine Sache, damit Sie den Unterschied beurteilen können. Bitterkeit allein beweist weder schlechte Qualität noch Überlagerung oder eine falsche Kennzeichnung.

![Longjing beim Ziehen im Gaiwan.](https://www.dao-cha.info/articles/gaiwan-longjing.jpg)

Longjing beim Ziehen im Gaiwan. Foto: [Difference engine](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Longjing_tea_steeping_in_gaiwan.jpg) · [CC BY-SA 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0).

## Bitter und adstringierend sind nicht dasselbe

Bitterkeit ist ein Geschmack, etwa wie bei ungesüßtem Kakao. Adstringenz bezeichnet das trockene, zusammenziehende Gefühl im Mund, wie nach einer unreifen Kaki. Beides kann gemeinsam auftreten. Koffein und einige Polyphenole tragen zur Bitterkeit bei; Polyphenole auch zur Adstringenz. Diese Stoffe lösen sich bereits bei kurzen Aufgüssen. Eine feste Reihenfolge „erst Aroma, dann Bitterkeit“ gibt es nicht.

## Kürzer ziehen lassen und vollständig abgießen

Hat der Tee zu lange gezogen, verkürzen Sie den nächsten Aufguss. Nehmen Sie Sieb oder Beutel rechtzeitig aus der Tasse. Gießen Sie Gaiwan oder Teekanne vollständig ab, damit die Blätter zwischen den Aufgüssen nicht im Wasser liegen. Kleine oder gebrochene Blätter geben meist schneller Geschmack ab: Probieren Sie entsprechend früher.

## Weniger Blatt oder etwas kühleres Wasser versuchen

Sind auch kurze Aufgüsse zu kräftig, nehmen Sie beim nächsten Mal ungefähr ein Viertel weniger Blatt. Wassermenge und Ziehzeit bleiben gleich. Das kann bei vielen Tees helfen, nicht nur bei Dan Cong.

Für viele chinesische Grüntees sind 75–85 °C ein Ausgangspunkt. Oolong und Pu-Erh werden oft heißer aufgegossen, doch auch hier beeinflusst die Temperatur den Geschmack. Bei unangenehmer Härte können Sie 5–10 °C kühleres Wasser testen. Das ist ein Versuch, keine feste Vorgabe für eine ganze Teekategorie.

## Einen bereits bitteren Aufguss abmildern

Geben Sie etwas Trinkwasser dazu und probieren Sie erneut. Verdünnen senkt die Konzentration der gelösten Stoffe und kann dadurch die Bitterkeit mildern; der übrige Geschmack wird ebenfalls schwächer. Schmeckt es Ihnen weiterhin nicht, können Sie den Aufguss wegschütten. Beurteilen Sie den nächsten Aufguss neu: Er wird nicht zwangsläufig von selbst milder.

## Wenn der Tee trotzdem nicht schmeckt

Etwas Bitterkeit kann zum Charakter gehören, besonders bei jungem Sheng. Sie muss nicht binnen Sekunden verschwinden; zurückkehrende Süße ist kein Qualitätsnachweis. Auch Shu kann bitter schmecken.

Probieren Sie anderes Wasser oder einen anderen Tee. Aus Bitterkeit allein lassen sich weder Erntezeit noch Blattalter oder Echtheit ableiten. Sie müssen sich nicht an einen Geschmack gewöhnen, der Ihnen unangenehm ist.


## Fragen und Antworten

**Darf ich weniger Blatt verwenden?**

Ja. Sind selbst kurze Aufgüsse zu intensiv, ist eine kleinere Menge sinnvoll. Lassen Sie Zeit und Temperatur für den Vergleich unverändert.

**Hilft Verdünnen gegen Bitterkeit?**

Es verringert ihre Intensität zusammen mit dem übrigen Geschmack. Manchmal reicht das für eine angenehmere Tasse.

**War ein bitterer erster Aufguss eigentlich eine Spülung?**

Nicht unbedingt. Spülen ist ein optionaler Schritt vor dem eigentlichen Aufguss. Bitterkeit bedeutet nicht automatisch, dass die erste Tasse hätte weggeschüttet werden müssen.

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