# Gaba-Oolong (佳葉龍茶)

*Цзя Е Лун Ча · Oolong · Feuer*

**Archetyp:** Bär in der Winterhöhle

Dieser Tee ist wie ein Bär, der sich in seine Winterhöhle zurückgezogen hat: das Feuer in ihm tanzt nicht — es glimmt in der Glut. Er führt dich nicht an der Hand, er legt sich neben dich und atmet mit dir, bis die Unruhe zu warmer Asche niedergebrannt ist.

## Geschichte

Das GABA-Verfahren wurde 1984 von japanischen Wissenschaftlern zufällig entdeckt: auf der Suche nach einer Methode, das Teeblatt länger frisch zu halten, lagerten sie es in einer sauerstofffreien Umgebung — und stellten fest, dass der Gehalt an Gamma-Aminobuttersäure stark anstieg. In Taiwan übertrug man das Verfahren auf einen klassischen Oolong: das Blatt wird wie Dong Ding gerollt, zu 25–35 % oxidiert, geröstet und anschließend 8–10 Stunden lang in einem Stickstoffbehälter verschlossen. Das Feuer verlässt diesen Tee nicht — es rollt sich wie ein Bär ein und schläft im Blatt.

> Es heißt, am Hang des Lugu habe ein erfrorener Mönch im Winter einen Bären an einem erloschenen Herd gesehen: das Tier schlief nicht, doch es bewegte sich auch nicht — es hielt die Wärme in sich. Am Morgen fand der Mönch neben der Glut ein Teeblatt, das nach Kohle und Honig zugleich roch. Seitdem wissen die Leute der Berge: dieser Tee kämpft nicht gegen die Dunkelheit — er wird ein Leib mit ihr.

## Terroir

800–1200 m. vulkanischer Ton mit Basalteinschlüssen. feuchte Nebel, kühle Nächte, milde Sonne. Die Hochlandgärten von Lugu und Dong Ding liefern das ideale Blatt — dicht, ölig, mit langem Nachklang.

## Blatt

- **trockenes Blatt:** fest gerollte dunkeloliv­farbene Kügelchen; in der Hand fühlen sie sich leicht ölig an und duften nach Bienen und dunklem Sirup
- **erwärmt:** das angewärmte Blatt öffnet sich mit Honig, fermentiertem Dattelwein und einem leisen Hauch der Höhle selbst — Fell und dürres Gras
- **nach Aufguss:** nach dem ersten Aufguss — Bratapfel, Zimt, warmer Sirup, gereifter Honig
- **Geschmack:** dicht, ölig, mit langem Finish; die ersten Aufgüsse Honig und Dattel, die mittleren Bratapfel und Holz, die späten warme Erde und feiner Rauch
- **Abgang:** sehr lang, beruhigend, spürbar in Brust und Bauch

## Eigenschaften

- **TCM:** leicht warm, vom Zeitpunkt her yin; nährt Nieren und Herz, senkt das Qi, beruhigt den Shen
- **Modern:** GABA-Gehalt (γ-Aminobuttersäure) ab 150 mg/100 g; senkt Angst sanft, fördert den Schlaf und überreizt das Nervensystem nicht wie ein gewöhnlicher Oolong
- **Cha Qi:** dicht, warm, sich in Brust und Schultern absetzend; der Körper wird schwer, der Atem langsamer
- **Koffein:** moderat (40–60 mg pro Tasse), die Wirkung bleibt durch das GABA sanft

## Brau-Ritual

ein 110-ml-Gaiwan oder eine Yixing-Kanne aus Hunni-Ton (warme Erde); weich, 95 °C; 6 g / 110 ml. 15s — die erste Wärme — Honig und Dattel, das Blatt erwacht gerade erst; 12s — Höhepunkt der Dichte: Sirup, Bratapfel, warmes Holz; 18s — die Höhle: Fell aus trockenem Gras, Zimt, ein Hauch Ruß; 25s — das Feuer sinkt in die Erde — geschmorte Birne, Vanille, Schlick; 35s — eine lange, warme Note, ein langsamer Sonnenuntergang; 50s — warme Asche, Holz, ein Nachklang, der eine Stunde anhält.

## Wann trinken

nach Sonnenuntergang, idealerweise eine Stunde vor dem Schlafengehen. Spätherbst und Winter, besonders an kalten dunklen Tagen. wenn der Schlaf vor lauter Gedanken nicht kommt; wenn der Körper müde ist, der Kopf aber im Kreis läuft. 70–85 % dunkle Schokolade, Bratapfel mit Zimt, Trockenfrüchte, Nüsse. Alleinsein oder ein sehr naher Mensch, mit dem man schweigen kann

## Tee-Meditation

1. Setze dich so, dass dein Rücken gestützt wird.
2. Nimm den ersten Schluck — und schlucke nicht sofort. Halte ihn im Mund.
3. Das Feuer, das du trinkst, tanzt nicht. Es glimmt.
4. Verlangsame deinen Atem auf dieselbe Weise — lass ihn lang, dunkel, gleichmäßig werden.
5. Du bist die Höhle. Der Tee ist der Bär. Lass ihn sich in dir einrollen.

## Fragen und Antworten

### Wie bereitet man Gaba-Oolong zu?

ein 110-ml-Gaiwan oder eine Yixing-Kanne aus Hunni-Ton (warme Erde); weich, 95 °C; 6 g / 110 ml. 15s — die erste Wärme — Honig und Dattel, das Blatt erwacht gerade erst; 12s — Höhepunkt der Dichte: Sirup, Bratapfel, warmes Holz; 18s — die Höhle: Fell aus trockenem Gras, Zimt, ein Hauch Ruß; 25s — das Feuer sinkt in die Erde — geschmorte Birne, Vanille, Schlick; 35s — eine lange, warme Note, ein langsamer Sonnenuntergang; 50s — warme Asche, Holz, ein Nachklang, der eine Stunde anhält.

### Wie schmeckt Gaba-Oolong?

dicht, ölig, mit langem Finish; die ersten Aufgüsse Honig und Dattel, die mittleren Bratapfel und Holz, die späten warme Erde und feiner Rauch

### Wie viel Koffein steckt in Gaba-Oolong?

moderat (40–60 mg pro Tasse), die Wirkung bleibt durch das GABA sanft

### Wie wirkt Gaba-Oolong?

GABA-Gehalt (γ-Aminobuttersäure) ab 150 mg/100 g; senkt Angst sanft, fördert den Schlaf und überreizt das Nervensystem nicht wie ein gewöhnlicher Oolong

## Verwandte Tees

- [Dong Ding](https://www.dao-cha.info/de/tea/dun-ding)
- [Da Hong Pao](https://www.dao-cha.info/de/tea/da-hong-pao)
- [Lao Shou Mei](https://www.dao-cha.info/de/tea/lao-shou-mei)
- [Oolong](https://www.dao-cha.info/de/class/oolong)
