Dancong (單樅, dāncōng)
Dancong (單樅, dāncōng) — „einzelner Strauch“: Oolongs vom Berg Fenghuang in Guangdong, wo Tee von einzelnen alten Bäumen separat verarbeitet und verkauft wird. Berühmt für Aromen, die Blüten und Früchte nachahmen.
Dancong bedeutet übersetzt „einzelner Strauch“. Historisch ist das wörtlich zu nehmen: Am Berg Fenghuang (Phönixberg) in Guangdong wachsen alte Teebäume, und die Ernte eines herausragenden Baumes wurde separat gepflückt und verarbeitet, ohne sie mit den Nachbarn zu mischen. Heute ist der Begriff weiter gefasst — er bezeichnet den ganzen Stil der Fenghuang-Oolongs, doch die besten Chargen werden nach wie vor von bestimmten alten Bäumen gemacht.
Das eigentliche Wunder des Dancong ist die Aromatik. Ohne jegliche Zusätze duftet der Tee mal nach Honig und Orchidee, mal nach Mandel, mal nach Ingwerblüte, mal nach Pomelo. Die Tradition unterscheidet Dutzende Aromatypen, Xiang genannt; der bekannteste ist Mi Lan Xiang, die „Honigorchidee“. Dieses Profil entsteht aus dem Zusammenspiel alter Bäume, eines besonderen Kultivars, mittlerer Oxidation und kundiger Röstung — der Fenghuang Dancong ruht auf drei Säulen: Genetik, Terroir, Meister.
Der Praktiker hat mit Dancong ein besonderes Verhältnis: Er ist einer der launischsten Tees in der Zubereitung. Das Blatt ist groß, brüchig und konzentriert; hält man den Aufguss ein paar Sekunden zu lange, bekommt man harte Bitterkeit statt Orchidee. Der Kanon des Gongfu Cha ist hier bis zum Äußersten getrieben: Die Chaozhou-Manier bedeutet einen mit Blatt vollgepackten Gaiwan, kochendes Wasser und sofortiges Abgießen. Die Belohnung für Präzision ist ein Aroma, angesichts dessen der Begriff „Tee-Parfümeurskunst“ nicht übertrieben erscheint.
Tees, bei denen das vorkommt
Glossar des chinesischen Tees