Glossar des chinesischen Tees
24 Begriffe der chinesischen Teekultur: Gaiwan, Gongfu Cha, Cha Qi, Hui Gan und mehr — mit verständlichen Erklärungen und praktischen Tipps.
- Gaiwan — Ein Gaiwan (盖碗) ist eine Deckelschale, meist mit Untertasse. Man kann darin Tee aufgießen und abgießen oder direkt daraus trinken.
- Gongfu Cha — Gongfu Cha (工夫茶) ist eine Tradition des sorgfältigen Aufgießens kleiner Mengen, meist mit relativ viel Blatt und mehreren kurzen Aufgüssen.
- Hui Gan — Hui Gan (回甘), oft als „wiederkehrende Süße“ übersetzt, bezeichnet einen süßlichen Eindruck im Nachgeschmack von Tee.
- Cha Qi — Cha Qi (茶气), wörtlich „Tee-Energie“, ist ein traditioneller Ausdruck für subjektive Empfindungen beim und nach dem Teetrinken. Je nach Person und Beschreibung kann Unterschiedliches gemeint sein.
- Sheng Pu-Erh — Sheng Pu-Erh (普洱生茶) wird aus Blättern großblättriger Teepflanzen aus Yunnan hergestellt. Anders als bei Shu werden die Blätter nicht in feuchten Haufen fermentiert. Sheng lässt sich jung trinken oder reifen lassen.
- Shu Pu-Erh — Shu Pu-Erh (普洱熟茶) entsteht durch die Verarbeitung sonnengetrockneten Yunnan-Tees in feuchten Haufen. Der Aufguss ist meist dunkel, mit holzigen, erdigen oder süßlichen Noten.
- Gu Shu — Gu Shu (古树) bedeutet „alte Bäume“. In einer Teebeschreibung, besonders bei Pu-Erh, ist es eine Angabe zum Alter der Pflanzen, von denen die Charge stammt.
- Yixing-Keramik — Yixing (宜兴) in Jiangsu ist für Teekannen aus Zisha bekannt. Es handelt sich um gebrannte, meist unglasierte Keramik; Zisha umfasst verschiedene Tone und Farben.
- Mingqian — Mingqian (明前) bezeichnet Tee, der vor Qingming gepflückt wurde. Qingming liegt ungefähr am 4.–5. April. Die Angabe findet sich besonders häufig bei grünen Frühjahrstees wie Longjing.
- GABA und GABA-Tee — GABA steht für Gamma-Aminobuttersäure. GABA-Tee wird so verarbeitet, dass ihr Gehalt im Blatt steigt. Der Name beschreibt eine Verarbeitung, keinen eigenen botanischen Kultivar.
- Terroir — Terroir bezeichnet die Bedingungen eines Anbauorts: Boden, Klima, Gelände, Höhenlage und Umgebung. Der chinesische Teebegriff Shanchang (山场) bezeichnet dabei einen bestimmten Anbaustandort.
- Yancha — Yancha (岩茶), Wuyi-Felsentee, bezeichnet Oolongs aus dem Gebiet Wuyishan in Fujian. Bekannte Namen sind Rou Gui, Shui Xian und Da Hong Pao.
- Dancong — Dancong bezeichnet Oolongs aus dem Gebiet Fenghuang in Chaozhou, Guangdong. Sie sind für vielfältige blumige und fruchtige Aromen bekannt.
- Wo Dui — Wo Dui (渥堆) ist die mikrobielle Verarbeitung von befeuchtetem Tee in Haufen. Sie ist ein zentraler Schritt bei Shu Pu-Erh; verwandte Verfahren werden auch für andere dunkle Tees eingesetzt.
- Bing Cha — Teefladen — Bing Cha (饼茶) ist zu einer runden Scheibe gepresster Tee. Diese Form ist bei Pu-Erh verbreitet, kommt aber auch bei anderen Tees vor, etwa weißem Tee.
- Mao Cha — Mao Cha (毛茶) ist Tee nach der Erstverarbeitung und Trocknung, vor weiteren Schritten der Fertigstellung. Der Begriff wird für verschiedene Teekategorien verwendet, nicht nur für Pu-Erh.
- Wuxing — Wuxing (五行) ist ein traditionelles chinesisches System aus fünf miteinander verbundenen Kategorien: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Ihre Bilder dienen hier zur Orientierung im Teekatalog.
- Cha Dao — Cha Dao (茶道), „Weg des Tees“, ist ein Begriff der Teekultur, der Zubereitungskunst, Ästhetik, Gastfreundschaft und bewusstes Teetrinken verbindet.
- Kurzaufgüsse — Bei wiederholten Kurzaufgüssen wird dieselbe Blattportion mehrfach aufgegossen und dazwischen abgegossen. Meist verwendet man ein kleines Gefäß und mehr Blatt je Wassermenge als bei langem Ziehen.
- Gongdaobei — Servierkännchen — Ein Gongdaobei (公道杯), auch Chahai genannt, nimmt den fertigen Aufguss auf. Der Tee wird aus Gaiwan oder Kanne hineingegossen und anschließend auf die Schalen verteilt.
- Sha Qing — Fixierung — Sha Qing (杀青) bezeichnet das Erhitzen des Teeblatts, um die Aktivität der an der Oxidation beteiligten Enzyme zu verringern. Der Schritt ist wichtig bei grünem und gelbem Tee, Oolong sowie beim Ausgangsmaterial für Pu-Erh.
- Oxidation des Tees — Bei der Teeherstellung meint Oxidation meist Reaktionen von Blattinhaltsstoffen mit Sauerstoff unter Beteiligung pflanzeneigener Enzyme. Sie verändern Farbe und Geschmack; die Verarbeitung steuert ihren Verlauf.
- Camellia sinensis — die Teepflanze — Camellia sinensis ist ein immergrüner Strauch oder Baum aus der Familie der Teestrauchgewächse. Aus seinen Blättern und Knospen wird der überwiegende Teil des Tees hergestellt.
- Gaoshan — Hochlandtee — Gaoshan Cha (高山茶) bedeutet Hochlandtee. Im taiwanischen Teehandel bezeichnet es gewöhnlich Tee aus Lagen ab ungefähr 1.000 m, meist Oolong. Es ist kein Kultivarname.