GABA (GABA-Tee) (佳葉龍, jiāyèlóng)
GABA — Gamma-Aminobuttersäure, ein hemmender Neurotransmitter des Nervensystems. GABA-Tee ist Tee (meist taiwanischer Oolong), der unter Sauerstoffausschluss verarbeitet wird, wodurch sich GABA im Blatt anreichert; er wirkt mild und beruhigend.
GABA ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter des Gehirns: Sie dämpft die übermäßige Erregung der Neuronen und fördert Entspannung und Schlaf. Im gewöhnlichen Teeblatt ist wenig davon enthalten, doch in den 1980er Jahren entdeckte der japanische Forscher Tsushida: Lagert man frisches Blatt in sauerstofffreier Umgebung, verwandelt sich die Glutaminsäure darin in GABA. Die Methode wurde 1984 beschrieben, und die industrielle Technologie wurde in Taiwan ausgereift, wo der GABA-Oolong zu einem eigenständigen Genre wurde.
Die Technologie sieht so aus: Das gepflückte Blatt kommt in luftdichte Behälter, aus denen der Sauerstoff (meist durch Stickstoff) verdrängt wurde, und wird stundenlang gelagert, wobei anaerobe Zyklen mit den üblichen Etappen der Oolong-Herstellung abwechseln. Die anaerobe Fermentation liefert nicht nur eine hohe GABA-Konzentration, sondern auch einen wiedererkennbaren Geschmack: Bratapfel, Backpflaume, die Säure eines kleinen Herbstapfels, eine warme Brotnote — ein Profil, das keinem klassischen Oolong gleicht.
Über die Wirkung sollte man ehrlich sprechen: Die Frage, wie viel GABA aus der Tasse die Blut-Hirn-Schranke passiert, bleibt wissenschaftlich offen. Doch die Praxis ist beständig: GABA-Tee trinkt sich mild, einhüllend, abendlich — den Zustand danach beschreibt man oft als „warme Decke“, ein gutes Beispiel für ruhiges, unaufdringliches Cha Qi. Praktischer Rat: Gießen Sie GABA-Oolong nicht zu lange mit kochendem Wasser auf — seine sauren Noten verbrennen leicht; kurze Aufgüsse im Gaiwan entfalten ihn am besten.
Tees, bei denen das vorkommt
Glossar des chinesischen Tees