Gongdaobei (Chahai) (公道杯, gōngdàobēi)
Der Gongdaobei (公道杯) — die „Schale der Gerechtigkeit“, auch Chahai: das Gefäß, in das der Aufguss aus Kanne oder Gaiwan abgegossen wird, bevor er auf die Schälchen verteilt wird. Er gleicht die Stärke des Tees für alle Teilnehmer aus.
Der Gongdaobei löst ein einfaches physikalisches Problem: Gießt man den Aufguss direkt aus der Kanne in die Schälchen, bekommt die erste Tasse schwachen Tee, die letzte starken. Gießt man dagegen den ganzen Aufguss in ein Zwischengefäß und vermischt ihn, erhält jeder denselben Aufguss. Daher der Name — „Schale der Gerechtigkeit“: Vor ihr sind alle Tassen gleich. Der zweite Name, Chahai, bedeutet „Meer des Tees“.
Die Rolle des Gongdaobei geht über das Ausgleichen hinaus. Er stoppt das Ziehen: Der Aufguss ist vom Blatt getrennt, und der Tee im Gaiwan zieht nicht über, während die Runde plaudert. Er lässt den Aufguss leicht auf Trinktemperatur abkühlen. Und schließlich zeigt er den Tee: Im gläsernen Chahai sieht man Farbe und Klarheit — den Bernstein eines Da Hong Pao oder den dunklen Honig eines Jin Jun Mei —, und am leeren, vorgewärmten Gefäß lässt sich das Restaroma erlauschen. In der Gongfu-Cha-Zeremonie steht der Gongdaobei genau in der Mitte des Tisches zwischen Kanne und Schälchen — ein Vermittler, dessen Amt die Ehrlichkeit ist.
Praktische Kleinigkeiten: Gießen Sie den Aufguss bis zum letzten Tropfen in den Chahai ab — der Rest im Gaiwan zieht weiter und fügt dem nächsten Aufguss Bitterkeit hinzu; wählen Sie ein Volumen etwas größer als das des Aufgussgefäßes; die Tülle muss den Strahl sauber abschneiden, ohne zu tropfen. Das Material ist fast gleichgültig — Glas, Porzellan, Ton —, denn der Aufguss verbringt darin weniger als eine Minute.
Tees, bei denen das vorkommt
Glossar des chinesischen Tees