Jin Jun Mei (金駿眉)
Archetyp: Goldener Phönix
Ein goldener Phönix fällt als Honigtropfen in die Tasse: eine feine königliche Süße, ein Honigtau, ein Hauch Rosine.
Geschichte
Jin Jun Mei ist der jüngste der großen Tees: 2005 schufen ihn die Meister des Dorfes Tongmuguan (Fujian) auf der Suche nach einem „neuen Gesicht“ des Roten Tees. Rohstoff sind ausschließlich die Knospen jener „Zheng Shan“-Sträucher, aus denen auch Lapsang gemacht wird; das Fermentationsverfahren ist dasselbe, jedoch ohne Räucherung. Auf ein Kilo fertigen Tee gehen rund 50 000 von Hand im Frühling gepflückte Knospen. In wenigen Jahren wurde er zu den teuersten Tees Chinas.
Terroir
Der kanonische Jin Jun Mei stammt nur aus Tongmuguan. Alle übrigen „Versionen“ (außerhalb des Reservats) geben ein ähnliches Profil, erreichen aber den „königlichen“ Nachhall nicht.
Blatt
Akazienhonig, reife Aprikose, Rosine, Vanille, eine lange süße Seide; der Abschluss — ein Honigtau im Hals sehr lang, hinterlässt im Hals eine „goldene Spur“ — eine warme honigsüße Note, die 20–30 Minuten hält
Eigenschaften
reich an Theaflavinen und natürlichen Zuckern; sanfte Anregung, gut für Stimmung und Fokus ohne Anspannung; gilt als einer der „nervenfreundlichsten“ Roten fein, warm, sich über obere Brust und Gesicht verteilend; spürbar wie eine leichte Freude mittel (40–55 mg)
Brau-Ritual
ein dünner Gaiwan, 110 ml — ein hohes Aroma verlangt feines Porzellan; 92 °C; 5 g / 110 ml. 8s — der erste Tropfen: Akazienhonig, Aprikose; 10s — der Höhepunkt: Rosine, Vanille, warme Seide; 12s — eine königliche Tiefe, eine lange süße Spur; 18s — eine zarte Honignote; 30s — das Finale — ein goldenes Echo.
Wann trinken
Morgen oder später Tag — wenn man Freude statt Erregung will. Herbst und Winter — besonders wenn es dunkel ist und wenig Sonne gibt. wenn man die Stimmung sanft heben, einen guten Tag würdigen, einem Nahen Wärme schenken will