Mao Cha (毛茶, máochá)
Mao Cha (毛茶, máochá) — der „Rohtee“: sonnengetrocknetes loses Blatt-Halbfabrikat, aus dem später Pu-Erh gepresst oder fertiger Tee sortiert wird. Die Stufe, auf der Einkäufer die Qualität des Materials bewerten.
Mao Cha bedeutet wörtlich „flaumiger“, „roher“ Tee: Blatt, das die Erstverarbeitung durchlaufen hat, aber noch kein Endprodukt ist. In der Pu-Erh-Produktion ist das die Schlüsselstufe: Das frische Blatt durchläuft das Sha Qing im Kessel, das Rollen und die Sonnentrocknung — heraus kommt ein loses Sheng-Halbfabrikat. Danach verzweigt sich sein Schicksal: Pressen zu Fladen, ab in die Wo-Dui-Haufen für Shu Pu-Erh oder Verkauf als loser Tee.
Genau auf der Stufe des Mao Cha entscheiden sich Geld und Reputationen. Im Frühjahr fahren Einkäufer durch die Dörfer Yunnans und probieren den Rohtee direkt bei den Bauern: Im losen Blatt sieht man alles — die Unversehrtheit der Knospen, die Ehrlichkeit der Erhitzung, Trocknungsfehler. Material aus einem teuren Dorf mit billigem Nachbarmaterial zu mischen ist genau hier am einfachsten, weshalb seriöse Produzenten den Mao Cha vom Strauch bis zur Presse kontrollieren. Derselbe Begriff wird auch außerhalb der Pu-Erh-Welt verwendet — etwa für das Rohblatt des roten Yunnan-Tees Dian Hong vor der Sortierung.
Dem Praktiker hilft der Begriff, den Markt zu lesen. „Loser Sheng“ ist im Grunde nichts anderes als Mao Cha, und man kann ihn trinken: Jung gibt er Aroma heller und leichter ab als ein frisch gepresster Fladen. Für die langjährige Lagerung taugt loses Blatt jedoch weniger: Es verflüchtigt sich schneller und verliert an Kraft. Wollen Sie jetzt trinken — nehmen Sie lose Ware; wollen Sie Tee über Jahre heranreifen lassen — nehmen Sie den Fladen.
Tees, bei denen das vorkommt
Glossar des chinesischen Tees