Mengding Huang Ya (蒙頂黃芽)
Archetyp: Wanderer in den Nebeln
Ein Wanderer geht durch Nebel auf einen uralten Berg: ein zarter goldener Brei, eine leichte Süße, eine tausendjährige Stille.
Geschichte
Meng Ding Huang Ya — „gelbe Knospen vom Berg Meng Ding“ — ist der älteste Tee Chinas. Der Legende nach pflanzte der Eremit Wu Lizhen schon im 2. Jh. v. Chr. sieben Teesträucher; sie heißen „die sieben kaiserlichen“. Seit der Tang-Zeit ist Meng Ding der wichtigste „Gong Cha“ Sichuans. Das Verfahren „Men Huang“ — Schmoren unter feuchtem Tuch — gibt dem Blatt eine weiche gelbe Süße und nimmt die grüne Schärfe.
Terroir
Der kanonische Meng Ding Huang Ya stammt nur aus Knospen des Nordhangs; die „kaiserliche“ Klasse — das Blatt eben jener sieben uralten Sträucher.
Blatt
süßer Brei, Herbstbirne, Akazie, eine lange weiche Note lang, fein, golden; der Nachhall — ein „altes Echo“ im Hals
Eigenschaften
reich an natürlichen Zuckern und Theanin; sehr sanfte Anregung, passt einem empfindlichen Magen gleichmäßig, fein, uralt; spürbar wie „Zeit, die gleichmäßig fließt“ niedrig bis moderat (25–40 mg)
Brau-Ritual
ein Gaiwan, 150 ml; 82 °C; 4 g / 150 ml. 25s — der erste Nebel: süßer Brei, Akazie; 35s — der Höhepunkt: Herbstbirne, warmer Honig; 50s — eine lange weiche Note; 80s — das Finale — eine alte goldene Spur.
Wann trinken
Morgen und Tag. Frühling. für langsames Nachdenken, vor einem wichtigen Schreiben, an einem Gedenktag