Mengding Huang Ya (蒙頂黃芽)
Archetyp: Wanderer in den Nebeln
Ein Wanderer geht durch Nebel auf einen uralten Berg: ein zarter goldener Brei, eine leichte Süße, eine tausendjährige Stille.
Geschichte
Meng Ding Huang Ya — „gelbe Knospen vom Berg Meng Ding“ — ist der älteste Tee Chinas. Der Legende nach pflanzte der Eremit Wu Lizhen schon im 2. Jh. v. Chr. sieben Teesträucher; sie heißen „die sieben kaiserlichen“. Seit der Tang-Zeit ist Meng Ding der wichtigste „Gong Cha“ Sichuans. Das Verfahren „Men Huang“ — Schmoren unter feuchtem Tuch — gibt dem Blatt eine weiche gelbe Süße und nimmt die grüne Schärfe.
Wu Lizhen war Arzt und sah, dass die Leute in den Dörfern krank wurden. Er ging in die Meng-Ding-Berge und pflanzte sieben Teesträucher. Danach stieg er hinab zu den Menschen und brachte ihnen das Blatt. Wer den Aufguss trank, genas schneller als von jeder anderen Medizin. Wu Lizhen kehrte nicht in die Berge zurück — seine Asche wurde bei jenen sieben Sträuchern verstreut, und sie geben seither den feinsten Gelbtee Sichuans.
Terroir
1000–1500 m. verwitterter Kalkstein und mineralreicher Lehm. fast ganzjährige Nebel (240+ Nebeltage), kühle Nächte, milde Winter. Der kanonische Meng Ding Huang Ya stammt nur aus Knospen des Nordhangs; die „kaiserliche“ Klasse — das Blatt eben jener sieben uralten Sträucher.
Blatt
trockenes Blatt: gleichmäßige goldgelbe Knospen mit feinem weißem Flaum
erwärmt: die angewärmte Knospe — süßer Brei, Akazie, feiner Honig, warmer Nebel
nach Aufguss: nach dem Aufguss — Brei, Herbstbirne, Honig, warmes Holz
Geschmack: süßer Brei, Herbstbirne, Akazie, eine lange weiche Note
Abgang: lang, fein, golden; der Nachhall — ein „altes Echo“ im Hals
Eigenschaften
TCM: neutral-kühl; nährt Magen und Milz, klärt Hitze ohne zu kühlen, beruhigt den Shen
Modern: reich an natürlichen Zuckern und Theanin; sehr sanfte Anregung, passt einem empfindlichen Magen
Cha Qi: gleichmäßig, fein, uralt; spürbar wie „Zeit, die gleichmäßig fließt“
Koffein: niedrig bis moderat (25–40 mg)
Brau-Ritual
ein Gaiwan, 150 ml; 82 °C; 4 g / 150 ml. 25s — der erste Nebel: süßer Brei, Akazie; 35s — der Höhepunkt: Herbstbirne, warmer Honig; 50s — eine lange weiche Note; 80s — das Finale — eine alte goldene Spur.
Wann trinken
Morgen und Tag. Frühling. für langsames Nachdenken, vor einem wichtigen Schreiben, an einem Gedenktag. Akazie, Herbstbirne, leichter Brei, feines Gebäck. Einsamkeit; ein Gespräch mit einem Älteren
Tee-Meditation
- Dieser Tee ist älter als viele Reiche.
- Setze dich, wie sich vor dir gesetzt wurde.
- Der Nebel verstellt den Weg nicht — er zeigt den nächsten Schritt.
Fragen und Antworten
Wie bereitet man Mengding Huang Ya zu?
ein Gaiwan, 150 ml; 82 °C; 4 g / 150 ml. 25s — der erste Nebel: süßer Brei, Akazie; 35s — der Höhepunkt: Herbstbirne, warmer Honig; 50s — eine lange weiche Note; 80s — das Finale — eine alte goldene Spur.
Wie schmeckt Mengding Huang Ya?
süßer Brei, Herbstbirne, Akazie, eine lange weiche Note
Wie viel Koffein steckt in Mengding Huang Ya?
niedrig bis moderat (25–40 mg)
Wie wirkt Mengding Huang Ya?
reich an natürlichen Zuckern und Theanin; sehr sanfte Anregung, passt einem empfindlichen Magen
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