Gepresster Tee (Bing Cha) (餅茶, bǐngchá)
Bing Cha (餅茶, bǐngchá) — der „Teefladen“: eine gepresste Teescheibe, die klassische Form des Pu-Erh. Das Pressen verdichtet das Blatt für Lagerung und Transport und gibt der Reifung einen besonderen, langsamen Gang.
Der Fladen ist die bekannteste Form des chinesischen Tees. Die Presstradition ist älter, als man denkt: Gepresster Tee zog jahrhundertelang mit Karawanen über die Tee-Pferde-Straßen nach Tibet und weiter, denn die dichte Scheibe überstand einen Weg, den loses Blatt nicht überstanden hätte. Die klassische Größe eines Pu-Erh-Fladens liegt bei etwa 357 Gramm: Sieben solcher Fladen bilden ein Qi Zi Bing, das „Bündel der sieben Söhne“, praktisch für Zählung und Transport.
Gepresst wird so: Der fertige Mao Cha wird bedampft, damit das Blatt geschmeidig wird, in einen Stoffbeutel gefüllt und gepresst — traditionell mit einem schweren Stein, in der Produktion hydraulisch. Die Steinpressung ist lockerer, und so ein Fladen reift schneller; die maschinelle ist dichter und gibt das Blatt langsamer her. Die Form beeinflusst die Reifung ernsthaft: Im Inneren der dichten Scheibe verläuft der Luftaustausch anders als an den Rändern, weshalb gereifter Sheng Pu-Erh aus der Mitte des Fladens und von seiner Kante unterschiedlich klingen kann. Neben Fladen presst man Tee zu Ziegeln, Nestern Tuocha (wie der kompakte Xiao Tuo Cha) und sogar riesigen Säulen Qian Liang.
Der Praktiker braucht zwei Dinge: ein Pu-Erh-Messer und Geduld. Den Fladen zerlegt man, indem man die Klinge seitlich in den Rand einführt und ihn aufblättert, statt von oben zu hacken — gehacktes Blatt gibt einen trüben, bitteren Aufguss. Und brechen Sie nicht gleich die ganze Scheibe auseinander: Der Tee lebt im ganzen Fladen besser als in Krümeln.
Tees, bei denen das vorkommt
Glossar des chinesischen Tees