Gu Shu (古樹, gǔshù)
Gu Shu (古樹, gǔshù) — „alte Bäume“: Tee von Teebäumen ab etwa hundert Jahren, die in Yunnan wachsen. Geschätzt für tiefen Geschmack, langen Nachgeschmack und ausgeprägtes Cha Qi.
Gu Shu ist das Gegenteil der Plantage. Gemeint sind Bäume, die über Jahrzehnte und Jahrhunderte wachsen — oft in alten Gärten, gepflanzt von den Vorfahren der heutigen Besitzer, oder in halbwilden Wäldern des gebirgigen Yunnan. Als konventionelle Grenze für einen „alten Baum“ gilt meist ein Alter von etwa hundert Jahren, wobei es keinen strengen Standard gibt — was Händler eifrig ausnutzen.
Warum das Alter zählt: Ein alter Baum hat ein tiefes Wurzelsystem, das Mineralien aus den unteren Bodenschichten holt, die Krone trägt weniger Blätter, und jedes Blatt wird gehaltvoller. Der Aufguss aus Gu Shu ist meist dichter, süßer und „länger“ als Plantagentee, mit kraftvollem Hui Gan und spürbarem Cha Qi. Die berühmten Shengs aus Yiwu, Bingdao oder Lao Banzhang sind vor allem Tee alter Bäume, und genau er wurde zum Objekt des Sammelfiebers der letzten Jahrzehnte.
Für die Praxis lohnt nüchterne Arithmetik: Alte Bäume sind selten, ihr Blatt ist teuer, und die Aufschrift „Gu Shu“ auf der Verpackung garantiert nichts. Echter Gu Shu erkennt man nicht am Etikett, sondern am Verhalten in der Tasse: gleichmäßige Kraft von Aufguss zu Aufguss, keine leere grasige Schärfe, ein langer süßer Schweif. Wenn ein Fladen von „alten Bäumen“ so viel kostet wie gewöhnlicher Plantagentee — dann ist es höchstwahrscheinlich gewöhnlicher Plantagentee.
Tees, bei denen das vorkommt
Glossar des chinesischen Tees