Wo Dui (渥堆, wòduī)
Wo Dui (渥堆, wòduī) — „feuchte Aufschüttung“: eine Technologie der beschleunigten Fermentation, bei der befeuchtetes Blatt zu Haufen geschichtet wird, in denen Mikroorganismen arbeiten. So entstehen Shu Pu-Erh und manche Heicha, etwa Liu Bao.
Wo Dui ist das Herz der Shu-Pu-Erh-Technologie. Die Methode wurde in der ersten Hälfte der 1970er Jahre in Yunnan-Teefabriken ausgearbeitet, als die Nachfrage nach gereiftem Pu-Erh in Hongkong und Guangdong einen dunklen, milden Tee schneller verlangte, als die Zeit ihn schafft. Die Idee: in anderthalb bis zwei Monaten nachzubilden, was die natürliche Reifung über Jahrzehnte leistet.
Der Prozess wirkt zugleich bodenständig und erhaben. Tonnen von Mao Cha werden befeuchtet, zu hohen Haufen aufgeschüttet und mit Tüchern bedeckt; im Inneren erwacht ein regelrechtes mikrobielles Leben — Pilze, Bakterien und Hefen verarbeiten das Blatt. Der Meister schichtet den Haufen regelmäßig um und gleicht Temperatur und Feuchtigkeit aus: Überhitzt man ihn, „verbrennt“ der Tee; führt man ihn nicht zu Ende, bleibt er roh und trüb. Im dichten Zentrum des Haufens verkleben Klumpen — sie werden separat als Lao Cha Tou verkauft. Verwandte Technologien der feuchten Aufschüttung nutzen auch andere dunkle Tees, etwa der Liu Bao aus Guangxi.
Für die Praxis erklärt Wo Dui den Hauptunterschied der Pu-Erh-Welt: Shu ist ein Tee, dessen Reife Mikroben unter menschlicher Aufsicht gebaut haben; Sheng ein Tee, der von selbst reift. Die Qualität des Wo Dui hört man in der Tasse: Saubere Arbeit schmeckt nach Erde, Nuss und süßem Holz ohne Muffigkeit; nachlässige nach Feuchtigkeit und einem „fischigen“ Ton, der jahrelang nicht verfliegt. Die Nase ist der beste Kontrolleur dieser Technologie.
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