Liu Bao (六堡茶)
Archetyp: Hüter des Kellers
Der Hüter eines dunklen Kellers: ein Betel-Aroma, feuchte Steine, eine weiche holzige Kraft, ein ruhiges, wärmendes Qi.
Geschichte
Liu Bao Cha ist ein nachfermentierter „schwarzer“ Tee (Hei Cha) aus dem Kreis Liu Bao in Guangxi. Hergestellt wird er nach einem besonderen Verfahren: das Blatt wird fixiert, gerollt, feucht fermentiert, in geflochtene Körbe gepresst und für Jahre in Höhlen oder Keller gelegt. Das typische „Betel“-Aroma („Beng Lan Xiang“) entsteht nur bei langer Reifung in richtig feuchtem Raum. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Liu Bao massenhaft an chinesische Arbeiter in den Zinnminen Malaysias geschickt — er rettete sie vor tropischer Hitze und schwerem Wasser.
In den Bergen von Guangxi lebte beim Hüter der Höhle ein alter Geist — er zeigte sich den Menschen nicht, berührte aber jeden Ziegel, der in seinen Keller herabkam. Wurde der Ziegel mit Liebe gemacht, hauchte ihn der Geist an, und nach einem Jahr roch er nach Betel und warmen Steinen. Ohne Liebe blieb der Ziegel stumm. Liu Bao ist „der Atem des Hüters“: man trinkt ihn, wenn man fühlen will, dass auch über einen jemand wacht.
Terroir
200–800 m. verwitterter Schiefer und roter Lehm. Subtropen, warm-feuchter Sommer, milder Winter. Der kanonische Liu Bao reift in den Höhlen des Dorfes Liu Bao; moderne „Fabrik“-Versionen folgen dem gleichen Verfahren, aber in kontrolliertem Milieu.
Blatt
trockenes Blatt: große dunkel-kastanienbraune, gedrehte Blätter in einem geflochtenen Korb; in der Hand riechen sie nach Betel und feuchtem Stein
erwärmt: das angewärmte Blatt — Betel, feuchter Stein, dunkles Holz, ein leichter Pilz
nach Aufguss: nach dem Spülen — Betel, Stein, Holz, eine weiche Erde
Geschmack: Betelnuss, feuchter Stein, dunkles Holz, eine leichte Süße, eine weiche Erde
Abgang: lang, wärmend; der Nachhall — „ein warmer Stein im Bauch“
Eigenschaften
TCM: warm; wärmt die Mitte, senkt das Qi, vertreibt feuchte Hitze, hilft dem Magen
Modern: reich an Produkten langer Fermentation; traditionell bei tropischer Hitze, zur Verdauung schwerer Kost, für die Immunkraft
Cha Qi: warm, absteigend, gleichmäßig; spürbar wie „eine Stütze unter der Brust“
Koffein: niedrig bis moderat (20–35 mg)
Brau-Ritual
ein Tonkrug, 110 ml; 100 °C; 6 g / 110 ml. 10s — das erste Betel-Aroma: Stein, Nuss; 12s — der Höhepunkt: dunkles Holz, weiche Erde; 15s — eine tiefe wärmende Note; 22s — eine lange süße Spur; 35s — eine späte Note: Keller, Weihrauch; 55s — das Finale — ein warmes Echo der Vorratskammer.
Wann trinken
Tag und früher Abend. Sommer und Herbst — besonders bei feuchter Hitze. nach schwerer Mahlzeit, bei Magenschwere, in tropischer Hitze, in Erschöpfung. Fleischgerichte, dunkle Trockenfrucht, Pilze, gereifter Käse, Whisky. einsame schwere Arbeit; ein Gespräch nach dem Abendessen
Tee-Meditation
- Der Hüter gibt die Schlüssel nicht schnell heraus.
- Warte, bis er sich an dich gewöhnt.
- Dann öffnet sich der Keller von selbst.
Fragen und Antworten
Wie bereitet man Liu Bao zu?
ein Tonkrug, 110 ml; 100 °C; 6 g / 110 ml. 10s — das erste Betel-Aroma: Stein, Nuss; 12s — der Höhepunkt: dunkles Holz, weiche Erde; 15s — eine tiefe wärmende Note; 22s — eine lange süße Spur; 35s — eine späte Note: Keller, Weihrauch; 55s — das Finale — ein warmes Echo der Vorratskammer.
Wie schmeckt Liu Bao?
Betelnuss, feuchter Stein, dunkles Holz, eine leichte Süße, eine weiche Erde
Wie viel Koffein steckt in Liu Bao?
niedrig bis moderat (20–35 mg)
Wie wirkt Liu Bao?
reich an Produkten langer Fermentation; traditionell bei tropischer Hitze, zur Verdauung schwerer Kost, für die Immunkraft
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