Anji Bai Cha (安吉白茶)
Archetyp: Weißer Knabe im Frühling
Ein weißer Knabe geht durch junges Gras: ein hoher Aminosäuregehalt gibt eine reine Süße, wie die erster Triebe.
Geschichte
An Ji Bai Cha ist formal ein Grüntee, heißt aber „weiß“ wegen einer einzigartigen Sorte: in kühlen Frühlingstagen ist sein Blatt fast farblos — blassgrün, beinahe weiß — und ergrünt scharf bei Wärme. Das Phänomen beschrieb schon Kaiser Huizong in seinem „Daguan cha lun“ von 1107. Die Sorte selbst wurde erst in den 1980er Jahren wiederhergestellt: am Hang des Berges Tianhuang fand man einen einzelnen alten Strauch, aus dessen Stecklingen ganze Plantagen in Anji erwuchsen.
Terroir
Der Maßstab ist das Blatt vom Berg Tianhuang, nahe dem Fundort des „Stammstrauchs“. Geerntet wird nur in den ersten 3–4 Frühlingswochen, solange das Blatt blass ist.
Blatt
süße Brühe, gekochter Mais, junges Grün, minimale Bitterkeit lang, rein, ohne Bitterkeit; der Nachklang ist süßes Grün im Hals
Eigenschaften
der höchste Theaningehalt unter Chinas Grüntees (bis 6 %) — daher die süße Basisnote und der sanfte Tonus; gut für Gehirn und Schlaf sehr leicht, aufsteigend; spürbar als „Öffnen des ersten Frühlingsfensters“ niedrig bis moderat (20–35 mg)
Brau-Ritual
ein Glas, 200 ml; 80 °C; 4 g / 200 ml. 35s — die süße Brühe erwacht; 55s — der Höhepunkt: gekochter Mais, junges Grün; 85s — eine zarte reine Süße, ein langes Echo.
Wann trinken
Morgen und früher Tag. Frühfrühling. wenn der lange Winter im Blut sitzt; zur Freude des Anfangs; vor etwas Wichtigem