Dong Ding (凍頂)
Archetyp: Fuchs im Herbstwald
Listige honigsüße Wärme, ein Herbstwald, ein rötlicher Schwanz zwischen den Farnen.
Geschichte
Dong Ding ist einer der ältesten taiwanischen Oolongs und faktisch der Stammvater des gesamten „Insel-Stils“. 1855 brachte der Gelehrte Lin Fengchi von seinen Prüfungen in Fujian Stecklinge des qing xin (青心) zurück — daraus wuchsen die ersten Gärten am Hang des „erfrorenen Gipfels“ Dong Ding im Kreis Lugu. Das Blatt wird zu 25–40 % oxidiert, zu Kügelchen gerollt und mehrfach über Holzkohle geröstet — daher die charakteristische Honig-Karamell-Note und die warme Röstung, die Dong Ding von den leichten Hochlandoolongs unterscheidet.
Es heißt, Lin Fengchi sei auf dem Heimweg über die Berge so durchgefroren gewesen, dass er kaum noch die Hände spürte. Auf dem letzten Pass habe er die Stecklinge unter sein Gewand geschoben, um sie zu wärmen. Seitdem trägt Dong Ding diese erste menschliche Wärme in sich: das Feuer flackert in ihm nicht — es liegt neben dir wie ein warmer Leib.
Terroir
600–1000 m. verwitterter roter Laterit, reich an Eisen und Kalium. feuchter Nebel steigt jeden Morgen vom Tal den Hang hinauf, die Nächte sind das ganze Jahr kühl. In den Nachbardörfern Shanlinxi und Linhu entstehen ähnliche Oolongs, aber gerade das Blatt vom Hang des Dong Ding gibt die dichteste Honigbasis.
Blatt
trockenes Blatt: feste dunkelolivfarbene Kügelchen mit bernsteinfarbenen Rändern und deutlichem „gebackenem“ Glanz der Röstung
erwärmt: das angewärmte Blatt — Honig und geröstete Süßkartoffel, warmer Zimt, ein leiser holziger Rauch
nach Aufguss: nach dem Aufguss — Honigsirup, warmes Holz, Zimt, herbstliches Falllaub
Geschmack: Honig, geröstete Süßkartoffel, warmes Holz, Zimt; in langen Aufgüssen dunkles Karamell und Trockenfrucht
Abgang: ein langer süßer Ausklang, sich in Brust und Lende setzend; der Nachgeschmack hält 30–40 Minuten
Eigenschaften
TCM: warm, yang, sanft; wärmt die Mitte und die Nieren, stützt das Blut, vertreibt kalte Nässe
Modern: reich an Röstmelanoidinen und natürlichen Zuckern; tonisiert sanft, günstig für Verdauung und Schlaf (wenn nicht nach dem frühen Abend getrunken)
Cha Qi: warm, in Brust und Lende sich absetzend; spürbar als wohlige Schwere nach einem langen Tag
Koffein: moderat (35–50 mg)
Brau-Ritual
ein 110-ml-Gaiwan oder eine kleine Yixing-Kanne; 95 °C, weich; 7 g / 110 ml. 12s — die Honignote erwacht, eine leise Röstung; 10s — der Höhepunkt: Honig, geröstete Süßkartoffel, warmes Holz; 12s — der Herbstwald: Blätter, Zimt, warme Erde; 18s — der Ausklang: eine lange Honigsüße im Hals; 25s — das Finale: Vanille, Trockenfrucht, ein leichtes Echo; 40s — eine warme Spur — der Fuchs ist schon fort.
Wann trinken
später Tag und früher Abend — besonders zum Sonnenuntergang. Herbst und Frühwinter. wenn man Geborgenheit will, wenn der Herbst in der Brust sitzt und keine lauten Empfindungen erwünscht sind. geröstete Süßkartoffel, Honig, Walnuss, Trockenfrüchte, milchiger Käse, Gewürzgebäck. ein stiller Abend zu zweit; Arbeit am Text bei Lampenlicht; Lektüre im Sessel
Tee-Meditation
- Sitze in der Stille. Der Wald kommt von selbst.
- Der erste Schluck ist nicht sofort süß — warte, bis der Honig durchkommt.
- Fang den Fuchs nicht ein. Lass ihn sich von selbst zu dir setzen.
Fragen und Antworten
Wie bereitet man Dong Ding zu?
ein 110-ml-Gaiwan oder eine kleine Yixing-Kanne; 95 °C, weich; 7 g / 110 ml. 12s — die Honignote erwacht, eine leise Röstung; 10s — der Höhepunkt: Honig, geröstete Süßkartoffel, warmes Holz; 12s — der Herbstwald: Blätter, Zimt, warme Erde; 18s — der Ausklang: eine lange Honigsüße im Hals; 25s — das Finale: Vanille, Trockenfrucht, ein leichtes Echo; 40s — eine warme Spur — der Fuchs ist schon fort.
Wie schmeckt Dong Ding?
Honig, geröstete Süßkartoffel, warmes Holz, Zimt; in langen Aufgüssen dunkles Karamell und Trockenfrucht
Wie viel Koffein steckt in Dong Ding?
moderat (35–50 mg)
Wie wirkt Dong Ding?
reich an Röstmelanoidinen und natürlichen Zuckern; tonisiert sanft, günstig für Verdauung und Schlaf (wenn nicht nach dem frühen Abend getrunken)
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