Lao Shou Mei (老壽眉)
Archetyp: Alte Großmutter mit Kräutern
Eine herbe Schlichtheit, eine heilende Art, der Geruch eines Dachbodens voller getrockneter Kräuter.
Geschichte
Lao Shou Mei ist gereifter Shou Mei (ab 5 Jahren). In Fuding wird Weißtee traditionell auf dem Dachboden gelagert: trockene Luft, Holz, möglichst wenig Licht. Jahr für Jahr weicht die „mondhafte“ Note des jungen Tees, und Honig, trockene Kräuter, warmer Stein und Trockenfrucht treten hervor. Nach 10–15 Jahren wird das Blatt dunkel-kastanienbraun und der Aufguss ein satter rotbrauner Sud. Es heißt: „dreijährig — Tee, siebenjährig — Medizin, fünfzehnjährig — Schatz“.
Terroir
Nicht zu verwechseln mit schnell „gealtertem“ Weißtee: echter Lao Shou Mei ist langsame Oxidation in trockenem Milieu, keine feuchte Fermentation.
Blatt
Trockenfrucht, Honig, Rinde, Heilkräuter, ein langer wärmender Nachhall sehr lang, wärmend; der Nachgeschmack hält eine Stunde und lässt eine warme Ruhe in der Brust zurück
Eigenschaften
sehr hoher Antioxidansgehalt; traditionell gegen Erkältung und Husten genutzt, stützt das Immunsystem dicht, warm, absteigend; spürbar als „Großmutters Handfläche“ auf der Brust niedrig (20–35 mg) — viel davon zerfällt mit der Reifung
Brau-Ritual
ein Ton-Kessel von 200 ml — um „Lao Bai Cha“ zu kochen; 100 °C, darf direkt gekocht werden; 6 g / 200 ml. 20s — der erste Sud: trockene Kräuter, Honig; 25s — der Höhepunkt: Rinde, Pflaume, heilende Tiefe; 40s — eine lange wärmende Note; 70s — das Finale — eine warme Spur vom Dachboden; 120s — ein sehr langer Sud — darf mit Datteln zusammen gekocht werden.
Wann trinken
Tag und früher Abend; abends kochbar. Winter und feuchte Übergangszeit. bei ersten Erkältungszeichen, in saisonaler Trübnis, wenn der Körper müde ist