Shou Mei (壽眉)
Archetyp: Junger Gärtner
Ein junger Gärtner zu Herbstbeginn: eine Einfachheit des Blattes, eine gleichmäßige Süße, eine ruhige häusliche Wärme.
Geschichte
Shou Mei — „Brauen der Langlebigkeit“ — ist der „erdigste“ unter den Weißtees. Hergestellt aus reiferem Blatt — ohne oder mit nur wenigen Knospen — ist das Blatt größer und gröber als bei Bai Mu Dan. Daher kostet Shou Mei traditionell weniger, viele lieben ihn für seine ehrliche, hauseigene Schlichtheit: eine Süße ohne Anstrengung, eine warme Heunote, ein gleichmäßiger Charakter. Mit Lagerung wird er nur tiefer.
Alte Leute in Fuding erzählen: einst lebte im Dorf ein Gärtner, dessen Sträucher die gleichmäßigsten waren. Sein Blatt roch nie stärker als das des Nachbarn — doch in der Tasse war es stets ruhiger. Als der Gärtner starb, nannten die Dorfbewohner die Sorte „Brauen der Langlebigkeit“ — denn in jedem Haus weiß man: gleichmäßige Schlichtheit dient länger als laute Schönheit.
Terroir
200–600 m, niedrigere Gärten als bei Yin Zhen. verwitterter Granit, lockerer roter Lehm mit dicker Organikschicht. Meeresnähe, milde Winter, feuchte Nebel. Shou Mei wird überwiegend aus der Sorte Cai Cha („Feldtee“) gemacht, seltener aus Da Bai. Pflücke nach Bai Mu Dan, wenn das Blatt schon größer ist.
Blatt
trockenes Blatt: große dunkelgrüne und grau-braune Blätter mit wenigen Knospen; sie duften nach Heu, reifer Kaki und warmem Holz
erwärmt: das angewärmte Blatt — trockenes Heu, reife Kaki, warmes Holz, ein leichter Honig
nach Aufguss: nach dem Aufguss — Heu, Kaki, Honig, warmes Holz
Geschmack: trockenes Heu, reife Kaki, eine leichte holzige Süße, Honig
Abgang: lang, gleichmäßig, ohne Schärfe; der Nachklang ist eine warme Herbstspur
Eigenschaften
TCM: neutral-kühl; klärt Hitze, stützt Magen und Lungen, wird mit Reifung wärmer
Modern: reich an Antioxidantien, niedrige Catechine wegen des reifen Blattes; sanfte Anregung, für fast alle geeignet
Cha Qi: gleichmäßig, weich, sich über die Brust verteilend; spürbar wie „die Ruhe eines häuslichen Tisches“
Koffein: moderat (25–40 mg)
Brau-Ritual
ein großer Gaiwan, 200 ml — das Blatt ist groß; 92 °C; 6 g / 200 ml. 15s — die erste Wärme: Heu, Kaki; 20s — der Höhepunkt: holzige Süße, weicher Körper; 30s — eine lange gleichmäßige Note; 50s — eine warme Herbstspur.
Wann trinken
Tag und Abend. Herbst und Übergangszeiten. wenn nichts Besonderes nötig ist, für den Alltagstee, zu Besuch. reife Kaki, Gebäck, Trockenfrucht, milder Käse, Kürbiskuchen. der Familientisch; ein Gespräch mit dem Nachbarn; einsame Lektüre
Tee-Meditation
- Ein einfacher Tee ist kein armer Tee.
- Gleichmäßige Süße ist Arbeit ohne Beifall.
- Danke dem, der das Blatt gepflückt hat.
Fragen und Antworten
Wie bereitet man Shou Mei zu?
ein großer Gaiwan, 200 ml — das Blatt ist groß; 92 °C; 6 g / 200 ml. 15s — die erste Wärme: Heu, Kaki; 20s — der Höhepunkt: holzige Süße, weicher Körper; 30s — eine lange gleichmäßige Note; 50s — eine warme Herbstspur.
Wie schmeckt Shou Mei?
trockenes Heu, reife Kaki, eine leichte holzige Süße, Honig
Wie viel Koffein steckt in Shou Mei?
moderat (25–40 mg)
Wie wirkt Shou Mei?
reich an Antioxidantien, niedrige Catechine wegen des reifen Blattes; sanfte Anregung, für fast alle geeignet
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