Shou Mei (壽眉)
Archetyp: Junger Gärtner
Ein junger Gärtner zu Herbstbeginn: eine Einfachheit des Blattes, eine gleichmäßige Süße, eine ruhige häusliche Wärme.
Geschichte
Shou Mei — „Brauen der Langlebigkeit“ — ist der „erdigste“ unter den Weißtees. Hergestellt aus reiferem Blatt — ohne oder mit nur wenigen Knospen — ist das Blatt größer und gröber als bei Bai Mu Dan. Daher kostet Shou Mei traditionell weniger, viele lieben ihn für seine ehrliche, hauseigene Schlichtheit: eine Süße ohne Anstrengung, eine warme Heunote, ein gleichmäßiger Charakter. Mit Lagerung wird er nur tiefer.
Terroir
Shou Mei wird überwiegend aus der Sorte Cai Cha („Feldtee“) gemacht, seltener aus Da Bai. Pflücke nach Bai Mu Dan, wenn das Blatt schon größer ist.
Blatt
trockenes Heu, reife Kaki, eine leichte holzige Süße, Honig lang, gleichmäßig, ohne Schärfe; der Nachklang ist eine warme Herbstspur
Eigenschaften
reich an Antioxidantien, niedrige Catechine wegen des reifen Blattes; sanfte Anregung, für fast alle geeignet gleichmäßig, weich, sich über die Brust verteilend; spürbar wie „die Ruhe eines häuslichen Tisches“ moderat (25–40 mg)
Brau-Ritual
ein großer Gaiwan, 200 ml — das Blatt ist groß; 92 °C; 6 g / 200 ml. 15s — die erste Wärme: Heu, Kaki; 20s — der Höhepunkt: holzige Süße, weicher Körper; 30s — eine lange gleichmäßige Note; 50s — eine warme Herbstspur.
Wann trinken
Tag und Abend. Herbst und Übergangszeiten. wenn nichts Besonderes nötig ist, für den Alltagstee, zu Besuch