Lapsang Souchong (煙小種)
Archetyp: Alter Jäger am rauchigen Herd
Ein alter Jäger wärmt sich am rauchigen Herd: harziger Kiefernrauch, geräucherte Dattel, eine waldige männliche Kraft.
Geschichte
Der erste Rote Tee der Geschichte, im Wuyi-Gebirge Ende des 16. Jh. entstanden. Der Überlieferung nach besetzte ein Trupp während der Ernte das Dorf Tongmuguan, und das gepflückte Blatt musste eilig getrocknet werden — über einem Kiefernfeuer. So entstand ein Tee mit kräftigem Raucharoma, der bald in den Export ging und die Grundlage der europäischen „schwarzen“ Tradition wurde (auch der Name „black tea“ kommt von der Farbe des trockenen Blattes des Lapsang). Der Lapsang aus Tongmuguan ist heute eine geschützte Sorte; geräuchert wird ausschließlich am Feuer von Pinus massoniana.
Holländische Kaufleute kosteten diesen „rauchigen“ Tee im 17. Jahrhundert erstmals im Hafen von Xiamen und bestellten sofort eine riesige Partie. Der Norden Europas ist kalt und feucht; ein Tee, der nach Herd duftet, schlug sofort Wurzeln. In englischen Häusern trank man ihn mit Milch und Salz; in schottischen — neben getorftem Whisky. Auch die „Russische Karawane“ ist ein Nachhall des Lapsang, der über die mongolischen Steppen zu uns kam und den Rauch der Feuer aufnahm.
Terroir
800–1500 m. roter Sandstein, reich an Eisen und Mineralien; überall — Kiefernwurzeln. dichter Nebel, lange Regenzeiten, kühle Nächte, wenig direkte Sonne. „Zheng Shan“ („wahrer Berg“) bezeichnet Blatt nur aus dem Tongmuguan-Tal. Anderswo geräuchertes hat formal kein Recht, Lapsang zu heißen.
Blatt
trockenes Blatt: lange schwarz-braune gedrehte Stränge mit deutlichem Kiefernduft — sie riechen wie ein Feuer im Winterwald
erwärmt: das angewärmte Blatt gibt sofort harzige Kiefer, geräucherte Dattel, eine warme Kohlensüße und einen Hauch Teer
nach Aufguss: nach dem Aufguss — tiefer Rauch, schwarze Rosine, warme Zeder, eine zarte Note nasser Rinde
Geschmack: geräuchertes Kiefernharz, schwarze Dattel, Teer, warmes Holz; in der Tiefe — eine Honigbeere und Trockenfrucht
Abgang: lang, wärmend, hinterlässt in der Brust das Gefühl eines warmen Feuers; der Nachhall hält eine Stunde
Eigenschaften
TCM: warm, yang; wärmt die Mitte, vertreibt Kälte und Feuchtigkeit, bewegt das Qi, stützt Lunge und Nieren
Modern: hoher Gehalt an Ferula- und Gallussäure, Röst-Melanoiden; mild anregend, hilfreich bei saisonaler Trübnis und schlapper Wintermüdigkeit
Cha Qi: dicht, wärmend; spürbar wie eine warme breite Handfläche auf Brust und Schultern
Koffein: mittel (40–55 mg)
Brau-Ritual
ein Ton-Gaiwan, 150 ml — er hält die Wärme; 95 °C; 5 g / 150 ml. 10s — der erste Rauch: Kiefer, Dattel; 12s — der Höhepunkt: geräuchertes Holz, Teer; 15s — eine warme Waldtiefe; 22s — eine lange rauchige Spur; 35s — das Finale — Glut im Herd.
Wann trinken
Tag und Abend — besonders nach der Rückkehr aus der Kälte. Spätherbst und Winter. wenn man von innen friert, wenn „grundlos“ traurig, für lange einsame Arbeit, vor einem langen Gespräch. geräucherter Käse, Bitterschokolade, gebackener Kürbis, Fleisch-Vorspeisen, Schwarzbrot; mit Milch — ein alter englischer Brauch. gut allein mit einem Buch; zu zweit — ohne Musik, am Fenster
Tee-Meditation
- Rauch steigt nach oben — folge ihm mit den Gedanken.
- Dieser Tee handelt von erwachsener, nicht zur Schau gestellter Kraft.
- Setze dich an einen vorgestellten Herd.
Fragen und Antworten
Wie bereitet man Lapsang Souchong zu?
ein Ton-Gaiwan, 150 ml — er hält die Wärme; 95 °C; 5 g / 150 ml. 10s — der erste Rauch: Kiefer, Dattel; 12s — der Höhepunkt: geräuchertes Holz, Teer; 15s — eine warme Waldtiefe; 22s — eine lange rauchige Spur; 35s — das Finale — Glut im Herd.
Wie schmeckt Lapsang Souchong?
geräuchertes Kiefernharz, schwarze Dattel, Teer, warmes Holz; in der Tiefe — eine Honigbeere und Trockenfrucht
Wie viel Koffein steckt in Lapsang Souchong?
mittel (40–55 mg)
Wie wirkt Lapsang Souchong?
hoher Gehalt an Ferula- und Gallussäure, Röst-Melanoiden; mild anregend, hilfreich bei saisonaler Trübnis und schlapper Wintermüdigkeit
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