Rou Gui (肉桂)
Archetyp: Tiger im Zimtwäldchen
Eine würzige Kraft, eine wärmende Wildheit; ein warmes Fell, das nach Zimt duftet.
Geschichte
„Zimt“ (nach dem Aroma des Blattes) — einer der vier wichtigsten Wuyi-Yancha neben Da Hong Pao, Shui Xian und Tie Luohan. Die Rou-Gui-Sträucher wachsen in denselben Schluchten der Felsenklippen; das Blatt wird zu 50–60 % oxidiert und mehrfach über Kohle geröstet, bis eine dunkle karamellige Süße und die unverkennbare Zimtnote entsteht. Vom Pflückort verschiebt sich die Schärfe: in Niu Lan Keng ist sie scharf, in Ma Tou Yan tief, in Xiang Zhen am süßesten.
Terroir
Die besten Gärten sind Niu Lan Keng („Kuhpferch“), Ma Tou Yan („Pferdekopf“), Xiang Zhen („duftende Felsen“). Jeder gibt sein eigenes Schärfeprofil — von scharf bis honigartig.
Blatt
Zimt, dunkles Karamell, eine leichte Röstung, mineralische Tiefe; in langen Aufgüssen dunkle Beere und reife Backpflaume lang, würzig, die Brust wärmend; der Nachklang hält eine Stunde und hinterlässt im Hals ein warmes Tigerecho
Eigenschaften
reich an Melanoidinen und ätherischen Ölen, darunter Cinnamaldehyd (daher die Zimtnote); wärmt sanft, stützt Durchblutung und Verdauung fettiger Speisen dicht, wärmend, breitet sich von Bauch zu Brust und Schultern aus; spürbar wie ein warmes Tier unter der Haut mittel (40–55 mg), die Wirkung setzt langsam ein
Brau-Ritual
eine Yixing-Kanne von 120 ml aus Zhu Ni; 100 °C, mineralisch; 8 g / 120 ml. 8s — die erste Wärme: Zimt, Felsenrauch; 10s — der Schärfehöhepunkt: dunkles Karamell, Leder, Zimt; 12s — mineralische Tiefe, dunkle Schokolade; 18s — Beere mit Bitterkeit, Herbstwald; 25s — eine lange Würze — warmer Stein; 40s — der Tiger geht — ein warmes Echo in der Brust.
Wann trinken
Tag und Abend — besonders nach Rückkehr aus der Kälte. Winter und Spätherbst. wenn Körper und Nase durchgefroren sind; wenn man eine wilde, klare Kraft braucht; vor einem langen Winterspaziergang; bei Tonusverlust