Sheng Pu-Erh (生普洱, shēng pǔ'ěr)
Sheng Pu-Erh (普洱生茶) wird aus Blättern großblättriger Teepflanzen aus Yunnan hergestellt. Anders als bei Shu werden die Blätter nicht in feuchten Haufen fermentiert. Sheng lässt sich jung trinken oder reifen lassen.
Die Blätter werden durch Erhitzen fixiert, gerollt und an der Sonne getrocknet. So entsteht Maocha, der häufig gedämpft, zu Fladen, Ziegeln oder Nestern gepresst und erneut getrocknet wird. „Roh“ bedeutet hier also nicht unverarbeitet.
Junger Sheng kann blumige, grasige und fruchtige Noten sowie unterschiedlich starke Bitterkeit und Adstringenz haben. Beim Reifen verändern sich Duft, Farbe und Geschmack. Dafür gibt es keinen festen Kalender: Ausgangstee und Lagerung sind entscheidend. Nach zehn oder fünfzehn Jahren muss die Bitterkeit weder verschwunden noch die Qualität höher sein. Gereifter Sheng bleibt Sheng und wird nicht zu Shu.
Probieren Sie zunächst eine kleine Menge der konkreten Charge. Für jungen Sheng sind etwa 4 g auf 100–120 ml, 90–95 °C und ein kurzer Aufguss von 10–15 Sekunden ein möglicher Einstieg. Ist er zu stark, früher abgießen oder weniger Blatt nehmen. Auch heißeres Wasser ist möglich, wenn Ihnen das Ergebnis schmeckt.
Schützen Sie den Tee vor Feuchtigkeit, Kondenswasser und fremden Gerüchen. Ein dunkler Aufguss belegt kein Alter, angenehmer Geschmack keine Unbedenklichkeit. Bei Schimmelverdacht nicht probieren und nicht durch Spülen zu retten versuchen.
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