Gongfu Cha zu Hause: gemeinsam Tee trinken
Bei Gongfu Cha wird Tee in kleinen Gefäßen mit relativ vielen Blättern mehrmals hintereinander aufgegossen. So lässt sich verfolgen, wie sich Aroma, Stärke und Nachgeschmack desselben Tees verändern.
Eng damit verbunden ist die Teetradition von Chaozhou in der Provinz Guangdong, wo vor allem Oolong verwendet wird. Familien und Schulen pflegen unterschiedliche Abläufe. Hier finden Sie eine einfache Variante für zwei bis drei Personen zu Hause.
Gongfu-Teezubereitung in Shanghai.
Foto: PierreSelim · CC BY 3.0Schritte
- Gefäße für die Runde auswählen. Nehmen Sie einen Gaiwan oder eine kleine Kanne mit 100–150 ml, ein Ausschankkännchen (Gongdaobei) und kleine Teeschalen. Das Kännchen sollte den ganzen Aufguss fassen. Blätter brauchen Platz und nehmen Wasser auf: Ein Gaiwan mit 100 ml liefert deshalb weniger als 100 ml Tee. Verteilen Sie kleine Portionen, damit alle etwas bekommen.
- Den Tisch vorbereiten. Stellen Sie Wasserkocher, eine Schale für abgegossenes Wasser und ein Tuch griffbereit. Ein normales Tablett eignet sich als Unterlage. Gießen Sie nur dann Wasser darauf, wenn es dafür ausgelegt ist. Wärmen Sie die saubere Kanne oder den Gaiwan und das Ausschankkännchen mit heißem Wasser vor und gießen Sie es weg.
- Tee auswählen und abwiegen. Beginnen Sie mit einem Oolong, den Sie bereits kennen. Auf einem kleinen Teller können die Gäste die trockenen Blätter betrachten. Nehmen Sie zunächst 4–5 g Tee pro 100 ml Wasser. Messen Sie dafür vorab, wie viel Wasser das leere Gefäß bis zu einer Füllhöhe fasst, aus der Sie bequem abgießen können. Auch Pu-Erh, Schwarztee und weißer Tee lassen sich so zubereiten; Temperatur und Ziehzeit richten sich nach dem jeweiligen Tee.
- Den ersten Aufguss zubereiten. Ohne Anleitung auf der Oolong-Packung können Sie 95 °C heißes Wasser versuchen und 10–15 Sekunden nach Beginn des Aufgießens mit dem Abgießen anfangen. Ist der Tee zu kräftig, gießen Sie früher ab. Gerollter Oolong und Pu-Erh werden oft zunächst kurz mit heißem Wasser gespült. Das ist nicht bei jedem Tee nötig. Ohne Spülgang brauchen die trockenen Blätter möglicherweise etwas länger.
- Ausschenken und probieren. Gießen Sie den gesamten Aufguss in den Gongdaobei und verteilen Sie ihn auf die Schalen. Lassen Sie Platz zum Rand, damit man sie bequem halten kann. Das Kännchen sorgt für eine gleichmäßige Stärke. Ohne Kännchen können Sie reihum kleine Mengen in jede Schale geben, bis der Aufguss verteilt ist. Lassen Sie den Tee etwas abkühlen und fragen Sie die Gäste, ob ihnen die Stärke zusagt.
- Die weiteren Aufgüsse anpassen. Stimmt die Stärke, bleiben Sie zunächst bei derselben Zeit. Wird der Tee durch die entfalteten Blätter kräftiger, gießen Sie früher ab; lässt der Geschmack nach, verlängern Sie die Ziehzeit. Vor einer Pause den Aufguss vollständig abgießen. Neues Wasser kommt erst hinzu, wenn alle weitertrinken möchten. Hören Sie auf, wenn der Tee nicht mehr schmeckt oder die Gäste genug haben.
Tipps
- Für die erste Runde reicht ein Tee. So können Sie die Aufgüsse leichter vergleichen und die Zubereitung anpassen.
- Wenn das Wasser abgekühlt ist, erhitzen Sie es wieder auf die gewünschte Temperatur.
- Entfernen Sie danach die Blätter, reinigen Sie die Gefäße passend zum Material und lassen Sie sie mit offenem Deckel trocknen.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee