Kurze Aufgüsse oder eine große Tasse: Welche Methode passt?
Bei beiden Methoden ziehen Teeblätter in Wasser. Unterschiedlich sind das Mengenverhältnis und die Zeit: Für Gongfu nimmt man mehr Blätter, wenig Wasser und gießt schnell ab. Im Becher verwendet man weniger Tee und lässt ihn einige Minuten ziehen.
Denselben Tee können Sie auf beide Arten zubereiten. Weder Preis noch Sorte schreiben ein besonderes Set oder ein einziges Rezept vor.
Entfaltete Biluochun-Blätter im Gaiwan.
Foto: Dark NirK · CC BY-SA 3.0
Aufgegossener weißer Tee Bai Mudan in Glasgeschirr.
Foto: soultea.de /André Helbig · CC BY-SA 3.0Kurze Aufgüsse: kleine Portionen einzeln probieren
Versuchen Sie mit einem Oolong zunächst 4–5 g je 100 ml nutzbarem Gaiwanvolumen und Wasser mit 95 °C. Beginnen Sie 10–15 Sekunden nach Beginn des Aufgießens mit dem Abgießen. Vollständig abgießen, probieren und den nächsten Aufguss anpassen. Diese Werte dienen dem Vergleich; der einzelne Tee kann andere Einstellungen brauchen. Sie können jeden Aufguss getrennt probieren und seine Stärke beeinflussen.
Becher oder Kanne: weniger Handgriffe
Nehmen Sie für denselben Oolong 2–3 g auf 250 ml Wasser bei gleicher Temperatur und lassen Sie ihn 2–3 Minuten ziehen. Entfernen Sie das Sieb oder gießen Sie den gesamten Tee in ein anderes Gefäß. Ist er zu schwach, verlängern Sie beim nächsten Mal die Ziehzeit. Die Blätter lassen sich erneut aufgießen, solange das Ergebnis schmeckt. Eine große Tasse wird nicht automatisch herber oder weniger aromatisch.
Warum der Geschmack anders ausfällt
Bei beiden Methoden gelangen aromatische, süße, bittere und herbe Stoffe ins Wasser. Bei kurzem Ziehen werden nicht nur Aromastoffe gelöst, und bei längerem Ziehen kommen nicht ausschließlich Bitterstoffe hinzu. Viel Blatt kann schon nach wenigen Sekunden einen kräftigen Tee ergeben. Auch Temperatur, Blattgröße und Blattbruch spielen eine Rolle. Längeres Ziehen mit weniger Tee kann einen milden Aufguss liefern.
Auswählen und vergleichen
Kurze Aufgüsse passen, wenn Sie kleine Portionen probieren und Veränderungen verfolgen möchten. Ein Becher mit herausnehmbarem Sieb eignet sich für ein größeres Getränk. Vergleichen Sie zwei frische Portionen desselben Tees mit demselben Wasser bei gleicher Temperatur. Achten Sie auf Aroma, Stärke und Nachgeschmack. Dabei vergleichen Sie zwei ganze Rezepte: Weil auch das Mengenverhältnis anders ist, erklärt die Zeit allein nicht alle Unterschiede.
Tipps
- Die Zahl der Aufgüsse sagt wenig über die gesamte Getränkemenge aus; Portionsgröße und Stärke zählen mit.
- Trennen Sie bei beiden Methoden die Blätter vom Wasser, sobald Ihnen der Geschmack gefällt.
- Das fortlaufende Nachgießen im Glas und Kaltaufgüsse brauchen eigene Mengen und Zeiten. Übernehmen Sie dafür nicht einfach ein heißes Gongfu-Rezept.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee