Pu-Erh zubereiten: Sheng und Shu
Für den Einstieg reichen ein Gaiwan oder eine kleine Teekanne aus Porzellan, eine Waage und Wasser, das Ihnen schmeckt. Damit können Sie verschiedene Pu-Erh-Tees ausprobieren.
Die folgenden Angaben sind Ausgangspunkte für kurze Aufgüsse. Junger Sheng kann bitter und herb sein, Shu ergibt meist einen dunkleren Aufguss. Auch Shu kann zu kräftig werden. Entscheidend ist deshalb, wie Ihnen der jeweilige Tee schmeckt.
Aufgegossener Pu-Erh in einer Glaskanne und Tasse.
Foto: soultea.de /André Helbig · CC BY 3.0Schritte
- Teemenge an das Wasser anpassen. Beginnen Sie bei Shu und gereiftem Sheng mit 4–5 g auf 100 ml Wasser, bei jungem Sheng mit 3–4 g. Rechnen Sie mit der Wassermenge, die Sie tatsächlich eingießen, nicht mit dem randvollen Gefäß. Für 150 ml nehmen Sie die anderthalbfache Teemenge.
- Gepressten Tee lösen. Lösen Sie ein kleines Stück entlang der Schichten aus dem Teefladen und zerbröseln Sie die Blätter möglichst wenig. Arbeiten Sie mit einem Teedorn auf einer stabilen Unterlage. Halten Sie die freie Hand aus der Bewegungsrichtung der Spitze. Lässt sich der Tee nicht lösen, drücken Sie nicht stärker. Losen Pu-Erh brauchen Sie nur abzuwiegen.
- Wasser erhitzen und Gefäß vorwärmen. Probieren Sie für Shu und gereiften Sheng 95–100 °C, für jungen Sheng 90–95 °C. Das sind Startwerte; kochendes Wasser ist für Sheng nicht grundsätzlich ungeeignet. Nutzen Sie ein Thermometer oder einen Wasserkocher mit Temperatureinstellung. Eine Minute Abkühlen ergibt je nach Gefäß eine andere Temperatur. Wärmen Sie das Brühgefäß vor und gießen Sie das Wasser ab.
- Nach Wunsch kurz spülen. Ein Spülgang kann gepressten Tee durchfeuchten, ist aber nicht nötig. Gießen Sie Wasser mit der gewählten Brühtemperatur auf und beginnen Sie nach 3–5 Sekunden mit dem Abgießen. Fest gepressten Tee können Sie danach kurz feucht ruhen lassen. Das Alter allein macht einen zweiten Spülgang nicht nötig. Verdorbenen Tee macht Spülen nicht wieder genießbar.
- Kurz ziehen lassen und vollständig abgießen. Messen Sie die Zeit ab dem Moment, in dem Sie Wasser auf die Blätter gießen. Beginnen Sie bei Shu und gereiftem Sheng nach 10–15 Sekunden mit dem Abgießen, bei jungem Sheng nach 5–10 Sekunden. Gießen Sie den Aufguss vollständig in eine Servierkanne oder Tasse. Lassen Sie ihn auf Trinktemperatur abkühlen und probieren Sie. Ist der erste Aufguss wegen der festen Pressung schwach, geben Sie dem nächsten etwas mehr Zeit.
- Den nächsten Aufguss nach Geschmack anpassen. Passt die Stärke, behalten Sie die Ziehzeit bei. Sobald sich ein gepresstes Stück lockert, kann der Tee schneller ziehen und eine kürzere Zeit brauchen. Lässt der Geschmack nach, verlängern Sie um 5–10 Sekunden, gegen Ende bei Bedarf auch mehr. Bei unangenehmer Bitterkeit gießen Sie früher ab oder nehmen Sie beim nächsten Mal weniger Tee. Bei jungem Sheng können Sie auch die Wassertemperatur um 5 °C senken. Hören Sie auf, wenn Ihnen der Tee nicht mehr schmeckt; eine Mindestzahl an Aufgüssen gibt es nicht.
Fragen und Antworten
Geht Pu-Erh auch in einer großen Tasse?
Ja. Nehmen Sie 2–3 g auf 250 ml und ein geräumiges, herausnehmbares Sieb. Für Shu können Sie 95–100 °C und 2–3 Minuten probieren. Beginnen Sie bei jungem Sheng mit 2 g und 90–95 °C; kosten Sie nach einer Minute. Ist der Tee zu schwach, lassen Sie ihn länger ziehen und nehmen Sie anschließend das Sieb heraus.
Kommt ein Mini-Tuo ganz ins Gefäß?
Nur wenn sein Gewicht zur Wassermenge passt. Ein Mini-Tuo ist nicht automatisch eine Portion für einen kleinen Gaiwan. Ist er zu schwer und lässt sich nur mit großer Kraft teilen, nehmen Sie lieber ein größeres Gefäß.
Warum lösen sich meine Teeklumpen nicht auf?
Lao Cha Tou sind feste Shu-Klumpen, die bei der Fermentation im feuchten Haufen entstehen. Sie können lange ihre Form behalten. Verlängern Sie die Ziehzeit, wenn der Aufguss zu schwach ist. Die Klumpen müssen nicht vollständig auseinanderfallen.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee