Wassertemperatur für Tee: Richtwerte für den Einstieg
Für einen Tee gibt es nicht nur eine richtige Wassertemperatur. Auch Teemenge, Ziehzeit, Wasser und Gefäß beeinflussen den Geschmack. Beginnen Sie mit der Anleitung des Anbieters, wenn sie zu Ihrer Zubereitungsart passt. Andernfalls helfen die folgenden Richtwerte.
Gemeint ist die Temperatur vor dem Aufgießen. Im kalten Gefäß kühlt das Wasser sofort ab; Vorwärmen macht Ergebnisse besser wiederholbar. Heißeres Wasser löst Geschmacksstoffe meist schneller. Bei bitterem Tee können deshalb auch eine kürzere Ziehzeit oder weniger Blätter helfen.
Kochendes Wasser in einem Glaswasserkocher.
Foto: Plorpy2 · CC BY-SA 4.0Grüntee: 75–85 °C; gelber Tee: 80–85 °C
Damit können Sie Longjing, Biluochun und knospenreiche gelbe Tees zunächst ausprobieren. Schmeckt der Tee zu schwach, versuchen Sie etwas heißeres Wasser oder eine längere Ziehzeit. Kochendes Wasser verbrennt die trockenen Blätter nicht; unerwünschte Bitterkeit entsteht oft durch eine zu intensive Extraktion. Manche Grüntees gelingen auch bei höheren Temperaturen.
Weißer Tee: 85–100 °C
Für frischen Baihao Yinzhen oder Bai Mudan können Sie mit 85–90 °C beginnen, für gereiften weißen Tee mit 95–100 °C. Auch Knospentees lassen sich mit kochendem Wasser zubereiten; es gibt passende Methoden mit 100 °C. Entscheiden Sie nach Geschmack, nicht allein nach Alter oder Blattgröße.
Oolong: 90–100 °C
Versuchen Sie für einen hellen Oolong zunächst 90–95 °C, für einen stärker gerösteten 95–100 °C. Auch viele helle Oolongs werden mit kochendem Wasser zubereitet. Gerollte Blätter brauchen Zeit, um Wasser aufzunehmen. Ein schwacher erster Aufguss bedeutet daher nicht unbedingt, dass der Tee schlecht oder das Wasser zu kühl ist.
Schwarzer Tee: meist 90–95 °C
Für Dian Hong, Qimen und andere chinesische Schwarztees ist das ein guter Ausgangspunkt. In China heißen sie rote Tees. Einzelne Empfehlungen reichen von 85 bis 100 °C. Viele vertragen kochendes Wasser gut, besonders bei kurzen Aufgüssen. Schmeckt der Tee rau oder stark herb, verkürzen Sie zuerst die Ziehzeit und vergleichen Sie dann mit etwas kühlerem Wasser.
Pu-Erh und Heicha: auf die Sorte achten
Für Shu Pu-Erh, gereiften Sheng, Liu Bao und andere Heicha können Sie bei 95–100 °C beginnen. Jungen Sheng können Sie mit 90–95 °C versuchen, um Bitterkeit zu mildern; kochendes Wasser ist ebenfalls möglich. Erhöhen Sie die Temperatur nicht automatisch ab dem zweiten Aufguss: Nasse Blätter können Geschmack schneller abgeben.
Wasser abkühlen lassen
Mit einem Thermometer oder einem Wasserkocher mit Temperatureinstellung lässt sich die Wassertemperatur prüfen. Ohne diese Hilfsmittel können Sie aufgekochtes Wasser abkühlen lassen oder in ein hitzefestes Kännchen umgießen. Wie schnell es abkühlt, hängt von der Wassermenge, Material und Temperatur des Gefäßes, dem Deckel und der Raumtemperatur ab. Eine feste Wartezeit passt deshalb nicht für jede Kanne. Wenn Sie ein Thermometer zur Hand haben, messen Sie, wie schnell das Wasser in Ihrem Gefäß abkühlt. So können Sie die Wartezeit beim nächsten Mal besser einschätzen.
Tipps
- Verwenden Sie Trinkwasser ohne unangenehmen Geruch. Bei gleicher Zubereitung kann anderes Wasser den Geschmack verändern.
- Vergleichen Sie unterschiedliche Temperaturen bei gleicher Teemenge, Wassermenge und Ziehzeit.
- In höheren Lagen kocht Wasser unter 100 °C. Nutzen Sie die dort erreichbare Siedetemperatur und verlängern Sie bei Bedarf die Ziehzeit.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee