Taiwanischer Tee: den passenden Geschmack finden
Taiwan ist für Oolong bekannt, stellt aber auch andere Teearten her. Zum Einstieg lassen sich Tees mit frischen, blumigen Aromen, stärker geröstete Tees und honigartig-fruchtige Stile vergleichen. Namen auf der Packung können Orte, Pflanzensorten oder Verarbeitungsweisen bezeichnen.
Teeplantagen in Pinglin, Taiwan.
Foto: Bernard Gagnon · CC BY-SA 3.0
Jin-Xuan-Oolong aus Alishan, Taiwan.
Foto: Difference engine · CC BY-SA 4.0Gaoshan bezeichnet die Höhenlage
Gaoshan meint meist Tee aus mehr als 1.000 Metern Höhe. Alishan, Lishan und Shanlinxi sind bekannte Ortsnamen; Qing Xin und Jin Xuan dagegen Pflanzensorten. Beide Angaben ergänzen sich.
In diesen Bergregionen werden häufig leicht oxidierte und schwach geröstete Oolongs hergestellt, die blumig duften und sich weich im Mund anfühlen. Die Höhenlage allein sagt jedoch wenig darüber aus, wie cremig oder adstringierend ein Tee schmeckt und wie gut er verarbeitet ist. Saison, Blattgut und Verarbeitung zählen ebenfalls.
Baozhong und Dong Ding
Wenshan Baozhong ist meist leicht oxidiert, mit langen gedrehten Blättern und blumigem Aroma. Taiwanischer Oolong ist also nicht immer kugelig gerollt.
Dong Ding ist mit Lugu in Nantou verbunden. Deutlicher geröstete Varianten können an Nüsse, Gebäck und Karamell erinnern. Die Röstung variiert; der Name garantiert weder ein einziges Verfahren noch Holzkohlefeuerung. Fragen Sie, wie stark die jeweilige Charge geröstet wurde und ob Holzkohle verwendet wurde.
Oriental Beauty und Schwarztee
Dongfang Meiren, auch Oriental Beauty, ist ein stark oxidierter Oolong aus jungen Blättern und Knospen, an denen kleine Zwergzikaden gesaugt haben. Die Reaktion der Pflanze und die Verarbeitung tragen zu Honig- und Fruchtaromen bei. Das beweist weder eine Biozertifizierung noch Rückstandsfreiheit. Auch andere taiwanische Tees nutzen solches Blattgut.
Zum Kennenlernen von Schwarztee bietet sich Hong Yu an, Taiwan Tea Nr. 18 oder Ruby. Sein Aroma kann an Minze und Zimt erinnern. Der Name bezeichnet die Pflanzensorte, keine zugesetzten Zutaten.
Milch-Oolong und GABA
Jin Xuan, Taiwan Tea Nr. 12, kann von Natur aus cremige Noten entwickeln. „Milch-Oolong“ wird aber auch für aromatisierte Tees verwendet. Deshalb die Zutaten prüfen.
Bei GABA-Tee erhöht eine sauerstoffarme Verarbeitungsphase den GABA-Gehalt. Das beschreibt die Herstellung und ist kein Versprechen für Schlaf oder Behandlung. Koffein bleibt enthalten.
Kaufen und aufgießen
Mit kleinen Proben beginnen. Nach Anbauort, Hersteller, Saison, Sorte und Röstung fragen. Der Preis allein bestätigt oder widerlegt die angegebene Höhenlage nicht.
Für kugelig gerollten Oolong im Gaiwan 4 g auf 120 ml bei 95 °C versuchen. Vom Beginn des Eingießens bis zum Beginn des Abgießens 25–30 Sekunden rechnen, vollständig ausgießen. Nach dem Entfalten der Blätter kann der nächste Aufguss kürzer ausfallen. Bei Baozhong und Oriental Beauty mit 3 g auf 120 ml bei 90 °C und 20 Sekunden beginnen. Schwachen Tee länger ziehen lassen, zu kräftigen kürzer oder mit weniger Blatt aufgießen.
In der Tasse ein geräumiges Sieb mit 2–3 g auf 250 ml bei 90–95 °C verwenden. Nach 2 Minuten probieren und die Blätter bei passender Stärke entfernen. Dicht verschlossen vor Licht, Feuchtigkeit, Wärme und Gerüchen schützen.
Fragen und Antworten
Ist Tee aus größerer Höhe besser?
Nicht automatisch. Die Höhenlage beeinflusst den Anbau, ersetzt aber weder gutes Blattgut noch sorgfältige Verarbeitung. Proben zu vergleichen hilft mehr als ein Vergleich der Höhenangaben.
Brauche ich eine besondere Tonkanne?
Nein. Porzellan oder Glas eignet sich gut, um Aromen kennenzulernen und zu vergleichen. Ton geht ebenfalls; wichtig sind ein guter Ausguss und genug Platz für die Blätter.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee