Oolong: Sorten, Geschmack und Zubereitung
Oolong ist eine durch die Verarbeitung bestimmte Gruppe von Tees aus Camellia sinensis. Sie umfasst frische blumige, honigartig-fruchtige und deutlich geröstete Tees. Oolong und Wulong sind Schreibweisen desselben Namens; in der chinesischen Einteilung heißt die Gruppe auch Qing Cha, 青茶.
Jin-Xuan-Oolong aus Alishan, Taiwan.
Foto: Difference engine · CC BY-SA 4.0
Mi Lan Xiang, eine Sorte des Oolongs Feng Huang Dan Cong.
Foto: Difference engine · CC BY-SA 4.0Wie Oolong entsteht
Die Blätter welken, werden bewegt oder geschüttelt und ruhen dazwischen. Verletzungen des Gewebes fördern enzymatische Oxidation und Aromabildung. Erhitzen, die Fixierung, verringert die Enzymaktivität deutlich. Danach wird geformt und getrocknet; eine weitere Röstung kann folgen.
„Grüne Blätter mit roten Rändern“ beschreibt ein typisches Bild mancher Oolongs, ist aber kein Pflichtmerkmal jedes fertigen Tees. „Halbfermentiert“ ist ein gebräuchlicher Teebegriff für teilweise Oxidation. Er bedeutet weder genau 50 Prozent noch zwingend mikrobielle Fermentation.
Oxidation und Röstung unterscheiden
Oxidation bei der Verarbeitung frischer Blätter und späteres Rösten verändern den Geschmack auf unterschiedliche Weise. Ein dunklerer Tee verrät keinen genauen Oxidationswert.
Frische Blütennoten finden sich etwa in leicht geröstetem Tieguanyin, Baozhong oder taiwanischem Hochland-Oolong. Nussige Noten und Röstaromen finden sich zum Beispiel in geröstetem Dong Ding und Wuyi-Oolongs. Dan Cong kann deutlich blumig und fruchtig sein, Oriental Beauty honigartig-fruchtig. Innerhalb jedes Namens gibt es Unterschiede.
Die Blattform lässt keinen Rückschluss auf den Röstgrad zu: Kugelig gerollter Tee kann stark geröstet sein, Tee mit länglich gedrehten Blättern nur leicht.
Unterschiede zu anderen Tees
Grüntee wird früh erhitzt, um Oxidation zu begrenzen. Davor können die Blätter kurz ausgebreitet werden; „sofort nach der Ernte“ gilt nicht immer. Bei Schwarztee läuft die Oxidation weiter und wird traditionell als vollständig bezeichnet.
Pu-Erh ist eine andere Gruppe mit anderen Verfahren. Reifer Pu-Erh wird unter Beteiligung von Mikroorganismen feucht aufgehäuft. Roher Pu-Erh aus sonnengetrocknetem Material durchläuft diesen Schritt bei der Herstellung nicht.
Gaiwan und Tasse
Für kugelig gerollten Oolong mit 4 g auf 120 ml bei 95 °C beginnen. Vom Beginn des Eingießens bis zum Beginn des Abgießens 25–30 Sekunden rechnen. Längliche Blätter mit derselben Menge für 10–15 Sekunden versuchen, Dan Cong zunächst für 5–10 Sekunden. Jeden Aufguss vollständig ausgießen. Nach dem Entfalten der Blätter erst probieren, bevor die nächste Ziehzeit verlängert wird.
In der Tasse mit geräumigem Sieb 2–3 g auf 250 ml bei 90–95 °C nehmen. Nach 2 Minuten probieren und die Blätter bei passender Stärke entfernen. Bei Dan Cong mit 2 g beginnen und nach einer Minute kosten. Auch er lässt sich in der Tasse zubereiten.
Bei bitterem oder zu kräftigem Tee Blattmenge, Zeit oder Temperatur reduzieren. Schwachen Tee länger oder heißer aufgießen. Jeweils eine Einstellung ändern. Wie viele gute Aufgüsse möglich sind, hängt vom Tee und der Zubereitung ab, nicht allein von der Blattform.
Fragen und Antworten
Ist Milch-Oolong eine eigene Teeart?
Nein. Jin Xuan kann natürliche cremige Noten haben, doch unter „Milch-Oolong“ wird auch aromatisierter Tee verkauft. Zutaten des jeweiligen Produkts prüfen.
Muss Oolong gespült werden?
Nein. Eine kurze Spülung kann helfen, fest gerollte Blätter zu benetzen, ist aber optional. Sie garantiert keine Entfernung von Pestiziden und macht verdorbenen Tee nicht wieder genießbar.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee