Gereifter Weißtee: auswählen, lagern und zubereiten
Gereifter Weißtee kann Noten von Trockenfrüchten, Kräutern und Honig entwickeln, während frische Blütenaromen nachlassen. Einen festen Zeitplan gibt es dafür nicht: Blattgut, Verarbeitung und Lagerung prägen den Geschmack ebenso wie das Alter.
Weißer Tee Shou Mei im Gaiwan.
Foto: Fritzober · CC BY-SA 4.0Zuerst eine kleine Probe
Shou Mei wird häufig zum Reifen gewählt; auch Weiße Pfingstrose und Silbernadeln lassen sich lagern. Teure Knospen versprechen kein besseres Ergebnis, größere Blätter sind kein Zeichen minderer Qualität. Frischer Weißtee ist ebenfalls trinkfertig und muss nicht erst Jahre liegen.
Erntejahr und Pressjahr erfragen
Fragen Sie nach Erntejahr, Pressjahr, Hersteller und bisheriger Lagerung. Älterer loser Tee kann später gepresst worden sein; unterschiedliche Jahreszahlen sind daher möglich. Dämpfen vor dem Pressen ist für sich genommen kein Hinweis auf eine Altersfälschung.
Dunkle Blätter, bernsteinfarbener Aufguss und Trockenfruchtaromen belegen kein bestimmtes Alter. Nachvollziehbare Herkunft und eine Probe der angebotenen Charge helfen mehr. Sichtbar verdorbenen Tee nicht in der Hoffnung kaufen, ihn durch Spülen oder Kochen wieder genießbar zu machen.
Zu Hause aufbewahren
Dicht verschlossen vor Feuchtigkeit, Licht, Wärme und starken Gerüchen schützen. Die Papierhülle eines Teekuchens braucht meist eine schützende Außenverpackung. Tee nicht befeuchten oder offen liegen lassen, um die Reifung zu beschleunigen. Lagerhinweise des Herstellers beachten und die Verpackung gelegentlich kontrollieren.
Aufgießen und die Ziehzeit anpassen
Im Gaiwan mit 4 g auf 120 ml bei 95–100 °C beginnen. Vom Beginn des Eingießens bis zum Beginn des Abgießens etwa 15–20 Sekunden rechnen und vollständig ausgießen. Ein fest gepresstes Stück braucht eventuell länger, kleine Blattbruchstücke kürzer. Weitere Aufgüsse nach Geschmack anpassen.
Für die Tasse 2–3 g auf 250 ml bei 90–95 °C nehmen. Nach 3 Minuten probieren und die Blätter entfernen, sobald die Stärke passt. Zu kräftigen Tee mit heißem Wasser verdünnen.
Kann man ihn köcheln lassen?
Ja, das ist eine zusätzliche Zubereitungsart. Nur ein für den jeweiligen Herd geeignetes Gefäß verwenden. Mit 2 g auf 500 ml beginnen, sanft aufköcheln lassen und nach einer Minute probieren. Sobald der Geschmack kräftig genug ist, vom Herd nehmen und abseihen. Bereits aufgegossene Blätter brauchen eine neu angepasste Zeit. Ein Mindestalter von sieben Jahren gibt es dafür nicht.
Fragen und Antworten
Wird Weißtee nach drei Jahren zur Medizin?
Das ist eine Redensart aus der Teekultur, keine medizinische Aussage oder Reifevorgabe. Lagerung macht Tee weder zum Arzneimittel noch zwangsläufig schmackhafter.
Eignet er sich vor dem Schlafengehen?
Er enthält Koffein. Alter und milder Geschmack belegen keinen niedrigen Gehalt; auch Köcheln entfernt das Koffein nicht. Wer darauf mit Schlafproblemen reagiert, trinkt ihn besser früher.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee