Grüner Tee: auswählen und richtig aufgießen
Grüner Tee kann nach frischem Gras, Bohnen, Nüssen oder Blüten schmecken. Teepflanze, Verarbeitung und Lagerung prägen das Ergebnis. Für den Einstieg reicht eine kleine Packung mit Angaben zu Herkunft und Ernte; besonderes Geschirr ist nicht nötig.
Flache, trockene Longjing-Blätter.
Foto: Romain Guy · CC BY-SA 2.0Wie grüner Tee entsteht
Früh in der Verarbeitung werden die Blätter erhitzt. Dieses Fixieren, Sha Qing genannt, hemmt Enzyme, die an der Oxidation beteiligt sind. Danach folgen Formgebung und Trocknung. Vor dem Erhitzen können die Blätter kurz ausgebreitet werden, um Feuchtigkeit zu verlieren. Das Fixieren beendet nicht sämtliche chemischen Veränderungen.
Welche Sorte passt?
Longjing hat flache Blätter und schmeckt häufig nussig oder nach Kastanien. Biluochun besteht aus kleinen, flaumigen Spiralen und kann blumig duften. Anji Bai Cha trägt „weiß“ im Namen, wird aber als grüner Tee verarbeitet.
Viele chinesische Grüntees werden in Pfannen oder Trommeln erhitzt, viele japanische gedämpft. In beiden Ländern gibt es Ausnahmen. Ein einzelner Duft beweist weder Herkunft noch Echtheit.
In der Tasse
Beginnen Sie mit 2 g Tee auf 250 ml Wasser bei 80–85 °C. Nehmen Sie ein geräumiges Sieb, probieren Sie nach einer Minute und entfernen Sie die Blätter, sobald Ihnen die Stärke gefällt, ungefähr nach 2–3 Minuten. Das sind Ausgangswerte für chinesischen Grüntee; Herstellerangaben können abweichen.
Bleiben die Blätter im Glas und wird Wasser nachgegossen, reichen etwa 1–2 g auf 250 ml. Vor dem Trinken angenehm abkühlen lassen.
Im Gaiwan
Probieren Sie 3 g auf 150 ml bei 80–85 °C. Für den ersten Aufguss 10–15 Sekunden vom Beginn des Eingießens bis zum Beginn des Abgießens rechnen, dann vollständig ausgießen. Weitere Aufgüsse nach Geschmack anpassen. Spülen ist meist unnötig.
Wird der Tee bitter, kürzer ziehen lassen, weniger Teeblätter nehmen oder die Temperatur senken. Jeweils nur eine Einstellung ändern. Bei schwachem Geschmack länger ziehen lassen. Wie schnell Wasser abkühlt, hängt vom Gefäß ab: Drei Minuten Warten ersetzen keine Temperaturmessung.
Aroma bewahren
Luftdicht und lichtgeschützt, fern von Wärme, Feuchtigkeit und Fremdgerüchen lagern. Kaufen Sie überschaubare Mengen und beachten Sie Erntedatum und Lagerung, nicht nur das Abfülldatum.
Empfiehlt der Hersteller den Kühlschrank, braucht der Tee eine dichte Verpackung gegen Feuchtigkeit und Gerüche. Die geschlossene Packung vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen lassen, damit kein Kondenswasser entsteht.
Fragen und Antworten
Macht kochendes Wasser jeden Grüntee ungenießbar?
Nein. Heißeres Wasser kann zu einem Tee und seiner Zubereitung passen, löst aber oft schneller Bitterkeit und Adstringenz. Mit 80–85 °C beginnen und nach Geschmack anpassen.
Ist eine frühere Ernte immer besser?
Nein. Region, Kultivar, Verarbeitung und Lagerung zählen ebenfalls. Ming Qian bezeichnet eine Ernte vor Qingming, garantiert allein aber keine Qualität.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee