Chinesische Teebegriffe verständlich erklärt
Teebegriffe helfen, einen Aufguss zu beschreiben und Etiketten zu verstehen. Für sich genommen belegen sie weder Qualität noch Herkunft. Hier finden Sie häufige Begriffe und ihre Bedeutung.
Gaiwan, Ausschankkanne und Schalen auf einem Teetablett.
Foto: Il lupa · CC BY-SA 4.0Geschmack und Mundgefühl
Hui Gan (回甘) bezeichnet einen süßlichen Nachgeschmack, der nach dem Schlucken hervortritt. Nach Bitterkeit kann er deutlicher auffallen; eine feste Abfolge oder sekundengenaue Frist gibt es nicht.
Sheng Jin (生津) beschreibt angeregten Speichelfluss. Das ist etwas anderes als Süße und kein Nachweis für Blätter alter Bäume.
Ku (苦) bedeutet Bitterkeit. Se (涩) steht für Adstringenz: das trockene, zusammenziehende Gefühl im Mund. Beides kann zugleich auftreten. Hua (化) beschreibt in Verkostungsnotizen das Nachlassen von Bitterkeit oder Adstringenz, keine tatsächliche Umwandlung in Zucker.
Nachhall und Wirkung
Yun (韵) bezeichnet den Gesamteindruck oder Nachhall eines Tees. Yan Yun (岩韵) verwendet man für Wuyi-Felsenoolong, Guanyin Yun (观音韵), auch Yin Yun genannt, für Tieguanyin. Es sind Begriffe der Verkostung, keine Herkunftsnachweise. Die „Felsennote“ erlaubt es nicht, Mineralien eines bestimmten Felsens im Tee zu identifizieren.
Hou Yun (喉韵) beschreibt einen nachklingenden Eindruck im Rachen. Solche Wahrnehmungen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.
Cha Qi (茶气) ist ein traditioneller Ausdruck für die subjektiv empfundene Wirkung von Tee, ohne einheitliche messbare Qualitätsskala. Cha Zui (茶醉), „Teerausch“, ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Beschwerden nach Tee, etwa Übelkeit oder Schwindel. Trinken Sie nicht weiter, wenn Sie sich unwohl fühlen.
Pflanzen und Ernte
Gu Shu (古树) bedeutet „alte Bäume“. Auf einem Etikett ist das eine Angabe zum Ausgangsmaterial. Fragen Sie nach dem Ernteort und danach, worauf die Altersangabe beruht.
Dan Cong (单丛) bezeichnet eine Gruppe von Fenghuang-Oolongs aus dem Raum Chaozhou in Guangdong. Der Name hat historische Bezüge zu einzelnen Pflanzen, verspricht aber nicht, dass jede heutige Charge von einem einzigen Baum stammt. Dan Zhu (单株) ist eine gesonderte Angabe für Material von einer einzelnen Pflanze.
Ming Qian (明前) bedeutet vor Qingming gepflückt. Dieses Fest liegt ungefähr am 4. oder 5. April. Der Begriff bezeichnet einen Erntezeitraum, keine allgemeine Spitzenklasse.
Verarbeitung
Sha Qing (杀青), die Fixierung, hemmt durch Erhitzen die Aktivität der an der Oxidation beteiligten Enzyme. Es handelt sich nicht um eine Sterilisation.
Men Huang (闷黄), das Gelben, ist eine warme, feuchte Ruhephase nach der Fixierung bei der Herstellung von gelbem Tee.
Wo Dui (渥堆) bezeichnet die Verarbeitung in angefeuchteten Haufen unter Beteiligung von Mikroorganismen. So wird unter anderem aus sonnengetrocknetem Maocha Shu Pu-Erh hergestellt. Das ist etwas anderes als die lange Lagerung eines fertigen Sheng.
Zubereitung und Geschirr
Ein Gaiwan (盖碗) ist eine Deckelschale, meist mit Untertasse, zum Aufgießen oder Trinken. Der Gong Dao Bei (公道杯) ist eine Ausschankkanne. Der Tee wird zunächst darin gesammelt, damit alle Tassen ähnlich stark ausfallen.
Zi Sha (紫砂) bezeichnet eine Gruppe von Tonen und Keramiken aus der Yixing-Tradition; sie sind nicht alle violett. Bao Jiang (包浆) ist eine durch Gebrauch entstehende Oberflächenpatina. Sie belegt weder Alter noch Echtheit und erfordert keine schmutzigen Teeablagerungen.
Cha Tang (茶汤) ist der Teeaufguss. Ye Di (叶底) sind die aufgegossenen Blätter: An ihnen lässt sich etwa Form und Blattreife betrachten, aber kein Baumalter beweisen.
Xi Cha (洗茶) ist ein kurzes Spülen vor dem Aufgießen. Nicht jeder Tee braucht es; Pestizide oder Koffein werden dadurch nicht zuverlässig entfernt. Gongfu Cha (功夫茶; auch 工夫茶) bezeichnet sorgfältiges Aufgießen kleiner Mengen, häufig mit relativ viel Blatt und mehreren kurzen Aufgüssen.
Fragen und Antworten
Muss ein guter Tee all diese Eindrücke bieten?
Nein. Beschreiben Sie, was Sie tatsächlich wahrnehmen. „Süßer Nachgeschmack, etwas trocken im Mund“ ist bereits eine hilfreiche Notiz.
Beweisen Hui Gan oder Cha Qi die Qualität?
Ein einzelner Eindruck reicht dafür nicht. Achten Sie auf Aroma, Geschmack, das Verhalten beim Aufgießen und Ihren eigenen Genuss. Für die Herkunft braucht es nachvollziehbare Angaben zur Charge.
Tees zum Thema
Siehe auch
Ratgeber zu chinesischem Tee